Check mal die Luftbilder auf www.putlitz.org ...

In einem Sommer voller Behörden- und Locationstress für eine ganze Reihe von Veranstaltern fällt ein Gegenbeispiel besonders auf: bei der VooV ist das ganz anders. Putlitz ist wohl der Anwärter Nummer eins für den noch zu erfindenden Wettbewerb: Unser Dorf soll lauter werden!
Zwischen dem brandenburgischen Örtchen Putlitz, das zum dritten Mal ein Wochenende lang Schauplatz für das sagenumwobenste aller Trance-Festivals war, und der Partygemeinde scheint alles in Ordnung zu sein. Eitel Sonnenschein nicht nur wettermäßig. Da gucken außer dem Bürgermeister mehr als 1000 Leute aus der Gegend neugierig auf dem Gelände vorbei (freier Eintritt gegen Perso-Vorlage), im Schwimmbad machen sie angesichts der Hitze für die internationale Freakschar Überstunden - und die Putlitz-Webseite stellt richtig stolz VooV-Luftbilder ins Netz, noch bevor die Fraggles überhaupt alle wieder abgezogen sind ... (www.putlitz.org)

Dann gab es da noch Dinge wie das Fußball-Freundschaftsspiel VooV Dreamteam gegen die Alten Herren Putlitz, samt Freibier für die Zuschauer und samt Sehstörung-Truppe als Cheerleader. Auch sowas passiert nicht unbedingt am Rande jedes Festivals. Das 1:0 schob übrigens ein gewisser Antaro ins Netz, die durchtrainierteren Brandenburger wurden danach allerdings doch einmal richtig ungnädig und siegten 6:2. Die Lokalpresse, auch das ist auf putlitz.org zu verfolgen, schwärmt vom exotisch bunten Treiben und freut sich - nicht ohne Stolz - über mindestens 10.000 internationale Gäste schon am Samstagnachmittag, die Scottys und Antaros Erwartungen zahlenmäßig weit übertroffen hätten.

Die Polizei meldet offenbar eine Festnahme: ein 29-Jähriger hatte einem Zivilfahnder illegalisierte Substanzen angeboten und wurde dafür eingekerkert. Weitere Ergebnisse der zeitweiligen Kontrollen auf An- und Abfahrt wurden nicht bekannt, bei denen der eine oder die andere natürlich die üblichen unangenehmen Begegnungen mit übereifrigen Ordnungshütern hatte. In der Berichterstattung vor Ort spielen Drogen, in anderen Fällen gerne gerade in der Lokalpresse dramatisiert, auf jeden Fall keine große Rolle.

Offenbar gelingt es dem VooV-Team sehr gut, eine Verbindung zu den Putlitzern aufzubauen und um deren Toleranz und um ihr Verständnis zu werben. Dass dies funktioniert, ist nicht selbstverständlich - immerhin stehen die ersten Häuser recht nah am Festivalgelände, da ist an ein geruhsames Wochenende, wie es sich der Normalbrandenburger wohl vorstellt, garantiert nicht zu denken. Ein anderer wichtiger Faktor für das peacige Miteinander: Die Masse an Gästen sowie der ganze Auf- und Abbauzirkus erschließen dem Ort auch Einnahmequellen. Und in Israel, den USA, Skandinavien, der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich und wo sie sonst noch alle herkamen wissen zumindest die Trancer inzwischen, wo Putliltz liegt. Dieses gewisse internationale Flair scheint man im Ort zu genießen.

Wohlwollend versichert die Märkische Allgemeine denn auch noch, was du sicher schon weißt: dass Antaros Umzug mit dem Spirit Zone Label nach Ibiza keineswegs die VooV 2004 gefährdet. Es scheint fast, als freuen sie sich in Pulitz richtig aufs nächste Mal. Schön, oder?