Schlimmer als eine Kernschmelze! Bericht der japanischen Regierung räumt ein: verheerende »Durchschmelze« in Fukushima

Von Ethan A. Huff

Erst unlängst veröffentlichte Berichte hatten bestätigt, dass es in den Stunden nach
dem verheerenden Erdbenen und Tsunami am 11. März in den Reaktoren 1, 2 und 3
des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi eine Kernschmelze gegeben hatte, doch
diese Informationen werden von neuen, noch weit schlimmeren Meldungen
übertroffen. Diesen zufolge ist es in einigen der Reaktoren aller Wahrscheinlichkeit
nach zu einer »Durchschmelze« gekommen – eine Situation, die laut der
japanischen Zeitung Daily Yomiuri (DY) die »schlimmste Möglichkeit bei einem
atomaren Unfall« darstellt.

 




Der altgediente Politiker Ichiro Ozawa äußerte in einem Interview mit dem Wall
Street Journal
(WSJ) sogar die Ansicht, ganz Japan könnte wegen der Lage in
Fukushima »unbewohnbar« werden.

Bei einer atomaren Kernschmelze übersteigt die Temperatur des Brennstoffs
dessen Schmelzpunkt so weit, dass der Kern beschädigt wird und radioaktiver
Brennstoff nach außen dringt, wobei die Gefahr besteht, dass hohe
Strahlungsmengen in die Umgebung freigesetzt werden können. Eine nukleare
Durchschmelze ist ein noch weit schlimmeres Szenario, denn dabei schmilzt der
Kernbrennstoff buchstäblich durch den Boden des beschädigten
Reaktordruckbehälters in die umgebenden Sicherheitsbehälter – und
möglicherweise sogar durch diese äußeren Behälter direkt in Boden, Luft und
Wasser.

Der Bericht, der darauf hindeutet, dass es bereits zu einer Durchschmelze
gekommen ist, soll der Internationale Atomenergiebehörde IAEA übermittelt
werden. Laut DY stellt er das »erste offizielle Eingeständnis« der katastrophalen
Lage dar. Darüber hinaus wird darin zum ersten Mal der zuvor geäußerte Verdacht
bestätigt, dass ein solches Szenario von Anfang an bestanden hatte, denn in
späteren Berichten war bestätigt worden, dass bei der gewaltigen Katastrophe
Löcher in einigen der inneren Reaktorsicherheitsbehälter entstanden waren und
dass radioaktives Wasser, möglicherweise auch Brennstoff, in die unteren
Behälter eingesickert war.

Die IAEA hat bereits erklärt, dass die Katastrophe von Fukushima mindestens die
Ausmaße hatte wie die von Tschernobyl, doch nach dieser neuesten Information
ist sie wahrscheinlich sogar noch schlimmer. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist
nicht bekannt, ob der Brennstoff, der sich in den äußeren Sicherheitsbehältern
angesammelt hat, nach außen gedrungen ist, was eine mögliche Verseuchung
des Grundwassers und einer ausgedehnten Schädigung der Umwelt bedeuten
würde.

In einem früheren Interview vor der Veröffentlichung des neuen Berichts hatte
Ichiro Ozawa gegenüber dem WSJ erklärt, Gebiete in der Umgebung von
Fukushima würden schon jetzt völlig »unbewohnbar«. Er deutete auch an, dass
nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge weite Gebiete des übrigen Landes,
darunter auch Tokio, dasselbe Schicksal erleiden könnten, wenn keine
geeigneten Maßnahmen ergriffen würden, die Situation effektiv in den Griff zu
bekommen.

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