Thailands Inselwelten
Posted by Hochstrasser Rene on 09/05/2011 09:10:03 AM | 0 Comments Blog, Reiseberichte
"The Beach" in echt
Eine kleine Hütte aus Holz, eine Hängematte mit Blick auf eine Bucht aus weichem Sand, dazu türkisfarbenes Meer: Wer würde da nicht schwach werden?

Das würde Robinson Crusoe so passen: Wie leuchtende Goldstücke schmiegen sich die drei Inseln Koh Samui, Koh Phangan und Koh Tao an die Südostküste Thailands. Vor drei Jahrzehnten noch waren Touristen hier an einer Hand abzuzählen. Heute sind die Bungalowanlagen rund um die Inseln häufiger geworden, die dichten Palmenhaine lichter. Aber die Strände auf den Inseln im Golf von Thailand zählen immer noch zu den schönsten des Landes.
Nur etwas mehr als eine Flugstunde von Bangkok entfernt taucht der Besucher auf Koh Samui in eine zauberhafte Tropenwelt ein. Mit fast 1,5 Millionen Kokospalmen und endlosen Sandstränden ist die bekannteste und größte der drei Inseln ein Ferienparadies. Schon beim Anflug auf den winzigen Flughafen präsentiert sich die Insel von ihrer schönsten Seite: Das Landesinnere ist mit dichter Vegetation überzogen. Am Rand schimmern wie feine Sicheln goldgelb die Sandstrände, gesäumt mit einem dichten Spalier aus Kokospalmen.
Koh Samui wurde in den siebziger Jahren von Rucksackreisenden entdeckt. Sie verbrachten hier teilweise mehrere Monate für wenig Geld. Heute sind es vor allem Pauschalreisende, die am Chaweng Beach, dem schönsten und längsten Strand der Insel, und am benachbarten Lamai Beach in der Sonne schmoren.
Die Gründerjahre des Tourismus sind längst passé
Die Gründerjahre des Tourismus sind längst passé: Mittlerweile reiht sich an den begehrtesten Stränden eine Bungalowanlage an die andere. Das stört die Tropenidyll ein wenig, doch immerhin ist keines der Hotels höher als die Palmen daneben. Koh Samui ist wegen seiner geschützten Lage im Golf von Thailand vom Tsunami am 26. Dezember 2004 verschont geblieben. Weil ein großer Teil der Infrastruktur in den Touristenzentren Phuket und Khao Lak zerstört war, konnte die Insel in der Folge sogar einen Besucherboom verzeichnen. Viele große, internationale Hotelketten wie Mövenpick haben in den vergangenen Jahren auf Koh Samui in modernste Hotels investiert. Dennoch gibt es auch noch lauschige Orte.
Wenn abends in den Strandlokalen die Lichterketten aufgehängt werden und die Kerzen sanft im Wind flackern, speisen die meisten Gäste am Strand unter freiem Himmel: Langusten, Garnelen und allerlei tropische Fische werden am offenen Feuer vor den Augen der Gäste gegrillt. Wenn die gesetzteren Herrschaften sich gegen Mitternacht auf den Rückweg in ihre Hütten machen, beginnt für viele der jüngeren Gäste erst die Nacht: Bis in den frühen Morgen wird in den Nachtclubs und Diskotheken ausgelassen gefeiert und getanzt.
Wer dem Trubel der Touristenorte aus dem Weg gehen will, der zieht sich an einen der abgelegenen Strände im Norden der Insel zurück. Oder er setzt gleich mit der Fähre auf die Nachbarinsel Koh Phangan über. Das kleine Eiland ist zwar längst kein Geheimtipp mehr. Die Insel ist jedoch noch ursprünglicher als das lebhafte Koh Samui.
Als es in den achtziger Jahren den ersten Touristen auf Koh Samui zu laut wurde, zogen sie auf die Nachbarinsel. Die meisten der zauberhaften Strände sind bis heute nur mit dem Boot zu erreichen, kein Sonnenschirm stört den Blick aufs Meer. Lediglich das Vorbeiknattern eines Fischerboots unterbricht die Stille. Direkt hinter ihnen ragen über 600 Meter hoch die Felsen auf - das Inselinnere ist weitgehend unzugänglich. Einer der schönsten Plätze auf Koh Phangan ist der abgeschiedene Doppelstrand Tong Nai Pan.
Tintenblau und türkisgrün
Im glasklaren Wasser schaukeln bunte Fischerboote. Im Schatten der Palmen sitzen die Fischer und flicken ihre Netze. Kokosnussbauern schälen das Mark aus den Früchten. Das Wasser leuchtet in allen Farben zwischen tintenblau und türkisgrün. Am Ufer stehen ein paar kleine Unterkünfte: Die Gäste schlafen in idyllischen Pfahlbauten unter meterhohen Palmen. Nachts wiegt das Konzert des Dschungels die Besucher in den Schlaf.
Nur einmal im Monat wird auch auf Koh Phangan die Stille gestört: Wenn am Partystrand Hat Rin im Süden der Insel die Full-Moon-Party steigt. Dutzende Bars und kleine Restaurants bereiten sich schon Tage vorher auf das Ereignis vor und schiffen von der Nachbarinsel tonnenweise Bierdosen und andere Alkoholika ein. Fast 10.000 Raver kommen normalerweise zu der Open-Air-Party. Techno-Freaks aus Asien, Australien, Europa und den USA tanzen im seichten Wasser bis in die frühen Morgenstunden - manche bis zur Besinnungslosigkeit. Doch Ruhesuchende dürfte selbst das nicht stören, denn an den anderen Stränden der Insel ist es zur Zeit der Party sogar noch ruhiger als sonst.
Was wäre Thailands Süden ohne seine Unterwasserwelt? Die thailändischen Inseln sind hervorragende Tauchreviere. Rund um Koh Phangan gibt es einige Schnorchel- und Tauchspots. Doch kaum ein Tauchkenner wird den Golf von Siam verlassen, ohne auf der Schildkröteninsel Koh Tao gewesen zu sein.
Das nur 21 Quadratkilometer große Eiland liegt 40 Kilometer nördlich von Koh Phangan. Vielleicht mögen die Strände nicht so idyllisch sein wie auf den größeren Nachbarinseln, dafür locken einige der schönsten Korallenriffe des Landes: Skurrile Korallenbauten, leuchtende Tropenfische und anderes farbenprächtiges Meeresgetier sind die Hauptdarsteller im Unterwasserprogramm.
Das seichte, klare Wasser eignet sich auch für Anfänger. Bei gutem Wetter hat man die maximale Sicht von 40 Metern. Mit sehr viel Glück bekommt man hier sogar einen der bis zu 15 Meter langen Walhaie zu Gesicht.
Fabian von Poser, SRT