Drogen zu nehmen oder nicht, sich gesund zu ernähren oder industriell gefertigte Nahrung zu konsumieren, Schulmedizin oder Naturheilkunde, das sind individuelle Entscheidungen

Das drugstore magazine tritt für Entkriminalisierung und Aufklärung ein und liefert dir ehrliche Informationen. Wir wollen dich ermutigen, die Verantwortung für deine Gesundheit zu tragen. Diese Verantwortung nimmt dir sowieso kein Gesetz ab.

Ein Charthit am Ende des Jahres 2002 hieß bekanntlich „Gebt das Hanf frei“. Wenn Stefan Raab den sympathischen Herrn Ströbele von den Grünen mit einer so sympathischen Botschaft die Charts hochtragen kann und die deutschen Medien amüsiert sind, wenn die Grünen mitregieren, wenn in mehreren Staaten Cannabisverbote überdacht werden – dann muss sich doch auch in Deutschland was tun, oder? Lockert sich nicht die Stimmung?! Machen nicht eine Menge Menschen ihre Erfahrungen mit verbotenen Substanzen?

Aber wir leben in einer eigenartigen Zeit. Denn in der Politik lockert sich in dieser Hinsicht garnichts. (Genaueres dazu auf den folgenden Seiten.) In dieser Zeit starten wir mit unserem Magazin. Was wir vorhaben? Informieren, bis der Arzt nicht mehr kommen muss. Wir wollen informieren, wir wollen Anstöße geben, und wir wollen zu Diskussionen anregen.

Gut beraten bist du, wenn du dir den Gang zum Arzt ersparen kannst. Zum einen, weil unser Gesundheitssystem bröckelt, die Kassen immer weniger Leistungen bezahlen, und zum anderen, weil es klug ist, das eigene Gesundbleiben in die Hand zu nehmen. Das heißt, Schulmedizin ja bitte, wenn es Sinn hat, sich beispielsweise um Notfälle handelt, Naturheilkunde, wenn es um ganzheitliche Heilung geht. Es ist leichter, den bequemen Weg der Symptombehandlung zu gehen, aber dabei werden eben nur ... – Symptome weggedrückt, tiefer hinein, um sich an anderer Stelle wieder zu zeigen. Komplizierter ist es, nach dem Warum zu fragen und eine ganzheitliche Heilung zu versuchen.

Wir wollen dir Wege zeigen, die für dich gangbar sind, die dich fit halten oder machen, deinen Blick schärfen für Marketinglügen, und dir auch zeigen, auf welche Abwege sich die Schulmedizin manchmal begibt.

Wie passt Gesundbleiben mit Drogen zusammen? Wir wollen zu diesem Punkt viele Informationen sammeln, aber die Frage musst du selbst beantworten. Individuell. So wie jede Drogenerfahrung eine individuelle ist, die von den einen als Bereicherung wahrgenommen wird, die andere aber als beängstigend oder zu riskant empfinden und meiden. Daher liegt es uns fern, für den Gebrauch illegalisierter oder erlaubter Drogen zu werben. Vielmehr werben wir dafür, im Umgang mit ihnen (und generell!) den Kopf einzuschalten. Gesundheitsbewusst zu leben. Sich mit sich selbst und seiner Umgebung auseinander zu setzen.

Der Gebrauch psychoaktiver Substanzen diente Menschen unterschiedlichster Epochen und Kulturen zur Erlangung entspannender oder anregender Gefühlszustände sowie oftmals in Verbindung mit Ritualen zur Veränderung des Bewusstseins. In einem angemessenen Rahmen eingesetzt, ermöglichen sie bis heute die Erfahrung anderer Ebenen der Wirklichkeit wie auch die Entfaltung eines neuen Gemeinschaftsgefühls. Sie können zur Heilung dienen, zur Freisetzung verschütteter Fähigkeiten oder zur Entwicklung künstlerischer Ausdrucksformen.

Gerade in der Ethnobotanik finden sich sehr kraftvolle Wege der ganzheitlichen Heilung. Selten geht es darum, sich einfach nur breitzumachen, sondern darum, wirkliche Einsichten, Erkenntnisse und Bewusstseinsöffnungen zu ermöglichen. Die Gründe dafür, dass einige Substanzen oft unreflektiert konsumiert werden und ihr Gebrauch einer Flucht entspricht, sind vielfältig. Mangelnde Informationen und individuelle Defizite sind zweifellos wesentliche Aspekte. Zu den Ursachen gehören gesellschaftspolitische Faktoren wie soziale Missstände, aber auch die Erfahrung zwischenmenschlicher Kälte als Folge eines Systems, das Leistung und Profit über den einzelnen Menschen stellt.

Die vorherrschende Drogenpolitik basiert auf der Forderung nach Abstinenz gegenüber den als illegal definierten Substanzen. Gleichzeitig werden diejenigen kriminalisiert, die sich dieser Vorgabe verweigern. Offensichtlich ist jedoch, dass diese Politik weder den Konsum von Drogen noch den Anstieg von Abhängigen-Zahlen verhindern konnte. Besonders deutlich wird die Widersprüchlichkeit dieser Politik am Beispiel der Drogen Alkohol und Nikotin, die trotz ihrer gesundheitlichen Auswirkungen und ihres Suchtpotenzials legal sind.

Wenn es bei Gesetzen allein um unsere Gesundheit ginge, dann wären Zigaretten verboten, Alkohol oder auch Autos, die mit Benzin fahren, Pestizide ... – es gäbe niemanden, der uns sagt, wie viel von welchem Gift in welchem Essen sein darf. Gift wäre einfach verboten. Aber da bekanntlich die Dosis das Gift macht und Geld angeblich nicht stinkt, ist die Sache komplizierter. Giftige Synthetika sind meist preiswerter als die natürlichen Alternativen, und das gibt oft den Ausschlag. Schon hat der Verbraucher das Gift zwischen (und in) den Zähnen. Kontrollen gibt es meist erst, wenn es unmöglich geworden ist, die Tatsachen zu verschleiern.

Voraussetzung für einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit psychoaktiven Substanzen, Medikamenten, Naturheilmitteln, generell mit dem eigenen Körper, ist der Zugang zu umfassenden Informationen – bei Drogen etwa über Zusammensetzung und Wirkung. Eine Politik, die an den realen Bedingungen, den eigentlichen Bedürfnissen und an der Mündigkeit der Menschen ausgerichtet ist, muss eine legale und selbst bestimmte Entscheidung über den Gebrauch von Drogen ermöglichen. Es wäre ein Schritt auf dem langen Weg von einer Gesellschaft der Unmündigkeit und Passivität zu einer tatsächlich psycho-aktiven Kultur.

Wer die gesetzliche Ungleichbehandlung von Alkohol und Nikotin gegenüber verbotenen Substanzen wie Cannabis verteidigt, landet früher oder später beim Argument: Rauchen und Trinken ist eine Kulturtradition. Seit den Sechzigern hat es, etwa mit dem großen Technoboom und der HipHop-Welle der Neunziger, kräftige Impulse und für neue und andere Kulturtraditionen gegeben. Stehen wir zusammen für sie ein!