Perverser Überfall auf der Excalibur
Posted by Hochstrasser Rene on 08/15/2003 12:00:00 AM | 0 Comments Blog, Reports
Veranstalter, bewacht die Dixis!!!
Eingeschlossen und umgekippt in einem Dixi-Klo, der Albtraum schlechthin.
Jemandem etwas so unglaublich Ekliges anzutun, ihm Platzangst -
ja, Todesangst einzujagen, sowas macht doch keiner in der lieben, netten Tranceszene, oder?
Oder eben doch! Zwei Unbekannte haben Samstagnacht auf der Excalibur ein Dixi umgekippt, und zwar auf die Tür - Jessica, die gerade dort hineingegangen war, wurde somit in der Fäkalien- und Chemiebrühe gefangen. Dann verschwanden die Täter und waren vermutlich mächtig stolz auf ihren tollen Streich. Wie krank muss man sein im Kopf und wie feige, um jemand anderem so etwas anzutun? Hier in der mushroom-Redaktion würde am liebsten niemand glauben, dass sich solche Unmenschen auf Trancepartys herumtreiben. Aber das ist offensichtlich eine Tatsache.
Wie konnte das passieren? Jessica, die noch drei Tage später heiser ist, weil sie so lange um Hilfe rufen musste, bis jemand sie hörte und befreite, erzählt es so: Die Dixis im Bereich der Brücke zwischen Mainfloor-Wiese und Shop-Zone waren zwar eine Weile von der Security mit beaufsichtigt worden, als Jessica sich den Klos aber in der Dunkelheit näherte, war sie dort ganz alleine. “Ich dachte noch: Hier würde dich jetzt niemand hören, wenn etwas passiert”, berichtete sie uns. Als Jessica die Tür abgeschlossen hatte, rüttelte jemand von außen daran. Auf ihre Antwort “besetzt” hörte sie noch zwei Leute hämisch lachen, dann kippten die Unbekannten das Dixi um, so dass es auf der Tür lag und Jessica keinerlei Chance hatte, sich selbst zu befreien. Ohne Zeitgefühl lag sie dort eingesperrt, von oben bis unten in stinkende Brühe getaucht, abgeschnitten von all den Leuten, die nicht weit von ihr fröhlich feierten, panisch schreiend und in ihrer Panik mit der - unbegründeten - Angst im Kopf, dass ihr in der Plastikkabine vielleicht die Luft ausgehen könnte.
Irgendwann wurde Jessicas Schreien gehört, jemand sprach beruhigend zu ihr und sie wurde befreit. Ein lieber Mensch, den Jessica in all der Aufregung nicht einmal nach seinem Namen gefragt hat, nahm sie beruhigend in den Arm - die Drecksoße, die überall an ihr klebte, interessierte den Helfer nicht. Denn Jessica zitterte am ganzen Körper und brauchte Hilfe. Man kümmerte sich um sie, half ihr, sich zu säubern, und ihre zum Teil weißen Klamotten haben die Befreier ihr sogar noch gewaschen und am nächsten Tag wiedergebracht.
Auf diesem Wege möchte sich Jessica bei diesen guten Geistern bedanken, die in der Not vollkommen selbstlos für sie da waren. Das gibt ihr ein bisschen Glauben an das Gute in der Welt zurück. Was aber bleibt, ist außer der traumatischen Erinnerung an einen perversen Überfall ein enormer Ekel, der sich mit allen Reinigungsmitteln oder allem Desinfektionszeug der Welt nicht beseitigen lässt. “Ich hatte gerade meine alte Bakterien-Phobie überwunden”, erzählt Jessica, doch jetzt sind Abneigung und Ekel gegenüber allem, was dreckig sein könnte, natürlich ins Unermessliche gesteigert.
Wir wünschen Jessica aus vollem Herzen, dass sie die Geschichte gut übersteht. Und wir wünschen unserer gesamten Szene, dass wir alle künftig besser aufeinander aufpassen, dass sich viele eine Scheibe abschneiden vom Verhalten, das Jessicas Helfer an den Tag gelegt haben. Die Security-Leute, die während ihrer Runde über den Platz von Jessicas Freunden über die Geschichte informiert wurden, sollen mit den Worten reagiert haben: “Ach ja? Wir gucken mal.” Einen neuen Wachposten habe es dort danach nicht gegeben, sagt Jessica. Wir konnten bisher die Veranstalter nicht für ein Statement erreichen, das reichen wir nach, sobald es geht.
Eine Bitte von Jessica wollen wir aber noch weiterleiten: Liebe Veranstalter/innen, stellt bitte sicher, dass solche Überfälle für die Zukunft ausgeschlossen sind. “Sowas darf nicht noch mal passieren - niemandem!”, fordert Jessica zurecht.
Reaktion des Veranstalters Aci
Reaktion des Veranstalters Lukas