Love, Peace, Happiness, keine Erfindung der Hippies
Posted by Hochstrasser Rene on 02/11/2011 04:59:49 PM | 0 Comments Blog, Lustiges
Der Slogan love, peace, happiness geht nicht auf die Hippies zurück. Die Entstehungsgeschichte ist eine lange und führt uns viel weiter in die Vergangenheit als bisher angenommen - nämlich in die Zeit der alten Griechen und Kreter um ca 750 - 1000 v.Chr. Zu jener Zeit hatten im alten Europa der Römer Schlachten getobt und schon damals hatte die Menschheit von einer Welt ohne Krieg, vom ewigen Friedensreich geträumt. ....
Zu jener Zeit hatte auf Kreta, im heutigen Gavdós ein Krösus Namens Georgis Buschidis gelebt. Buschides hatte die Bettler, Lahmen und Krüppel von der Strasse geholt, die Armen und Kranken lud er zu Festmahlen ein, dabei redete er vom Weltfrieden, der bald kommen würde, dem jedoch zuvor ein Weltkrieg, der erste und letzte in der Geschichte der Menschheit, vorangehen müsse, um die Völker aus dem Joch ihrer despotischen Herrscher, Diktatoren zu befreien und hernach den Frieden und die Demokratie in der Welt nach griechischem Muster herbeizuführen. Georgis Buschidis war für seine soziale Einstellung, die er bezeugte, im ganzen Lande bekannt, in der Unterschicht und beim einfachen Volke hatte er sich stets grösser werdender Beliebtheit erfreut - doch Buschides war nicht der soziale Reiche, den er mimte. - er war ein gemeiner Betrüger, der die Armen nur als Mittel zum Zwecke gebrauchte! Mit seinen rauschenden Festen für die Armen warb er um Mitglieder für seine PNW = Peace no War Organization, die bloss Tarnung war, denn Buschides war's nicht um den Weltfrieden gegangen, vielmehr wollte er die Welt erobern und deren Bodenschätze ausplündern! Unter seinesgleichen, den Reichen, den Wohlhabenden, hatte man sein wahres gekannt:
Buschides war der Erbe vierter Generation eines verstorbenen Mafiaclanbosses der übelsten Sorte, schon sein Ur-Ur-Grossvater hatte mit Raubüberfällen und Piraterie sein Vermögen gescheffelt, er selbst hatte sein Geld auch nie durch ehrliche Arbeit erworben. Als junger Spund war Buschides ausgewandert, um die Welt zu erforschen, sprich auszurauben, als er nach Hause zurückgekehrt, da war sein Schiff mit Raubgut beladen bis an den Randund sein Kopf voller Pläne für neue Schandtaten, die nur noch darauf warteten, begangen zu werden!
Kaum zurückgekehrt, hatte Buschides ein mittleres Landgut erworben und liess sich eine Villa und ein Haus drauf bauen. Buschides war einst ausgewandert, um einem Gerichtsverfahren wegen Steuerbetrugs zu entgehen, was damals alles andere als ein Kavaliersdelikt bedeutete, doch das Verfahren wurde eingestellt, er hatte auch Schulden angehäuft, doch mit der Zeit hatten sich weder Schuldner noch Gläubiger mehr gemeldet, Buschides galt als verschollen und als er plötzlich wieder aufgetaucht war, hatte die Forderung längst verjährt! Seine Betrogenen hatten es damals unterlassen, ihr Guthaben gerichtlich einzufordern! Sein Porträt hing damals in allen Gassen, doch der Regen hatte die Plakate mit der Zeit verwischt und nach sovielen Jahren Abwesenheit erkannte ihn niemand wieder, sein Aussehen hatte sich ziemlich verändert, er war etwas gealtert, und die meisten der Leute, die zu jener Zeit dort lebten, waren fortgezogen. So war Buschides nun als „gemachter Mann“ heimgekehrt. Keiner wusste mehr von seinen Verbrechen von früher.
Damals wäre Buschides beinahe, inhaftiert worden, und er war nur knapp seiner gerechten Strafe entgangen, er hatte sich seinerzeit um das politische Amt des Finanzministers beworben, doch als sein Delikt der Steuerhinterziehung auskam, da wurde er sogleich disqualifiziert. Auch das konnte Buschides niemals verwinden, er ertrug es nie, wenn jemandem sein Wunsch nicht Befehl bedeutete, ein Strafverfahren wurde gegen ihn eingeleitet, mit einem Fuss hatte er bereits im Kerker gestanden, doch er entkam und floh ins Ausland. Obschon er es selbst war, der schweres Unrecht begangen hatte, wollte er es nicht einsehen und hatte die Politiker seines Landes mit beissendem Spott belegt und beschimpft.
Während seiner langen Reise durch die Welt, in welcher Georgis Buschides neue Beutezüge beging, war er auf Amerika gestossen, den Kontinent, den es damals offiziell noch nicht gab, welcher erst Jahrhunderte später durch Christoph Kolumbus offiziell entdeckt werden sollte! Buschides behielt sein Geheimnis für sich, denn die Leute hätten ihn für verrückt erklärt und seine Geschichte nicht geglaubt. -
Ausserdem bestand sein Vorteil darin, dass nur er diesen Ort der Welt kannte, dass er wusste, wohin er sich verziehen könnte, sollte die Situation einmal wiedereinmal brenzlig für ihn werden. Ausserdem barg der noch unentdeckte Kontinent Bodenschätze, diese auszubeuten es galt, und er wollte natürlich der erste sein.
Nun also war Buschides reich, mächtig und erstnoch beliebt beim einfachen Volke, doch das gereichte ihm noch nicht zu seinem Glück, und wenn er damals schon nicht Finanzminister werden durfte über ein kleines Reich, dann war ihm doch gleich was viel besseres eingefallen: Die WELTMACHT wollte er ergreifen! Das war natürlich ein utopischer Plan, denn Kreta war ja nur ein kleines Ländchen am Mittelmeer und keine Supermacht! -
Doch was sich ein Herr Buschides einmal in den Kopf gesetzt, das gedachte er auch auszuführen, und um seinen gemeinen Plan zu verwirklichen hatte er die Armen seines Landes missbraucht. An seiner teilweise mit den Spenden seiner Mitglieder gegründeten Akademie liess er junge, gesunde Leute zu seinen Soldaten ausbilden, von pensionierten römischen Legionären. Immer häufiger wurden seine publizistischen Veranstaltungen und immer dreister ging er dabei vor! Jeder konnte und sollte Buschidis' Gemeinde beitreten, der bereit wäre, zum Weltfrieden beizutragen, wer nicht kriegstauglich sei, der könne immer noch andere Aufgaben übernehmen oder wenigstens Passivmitglied seiner Organisation werden (und als solches durfte man fette Mitgliederbeiträge zahlen). Wurde ein Mitglied einmal zahlungsunfähig, so liess er das Geld gleich nach der ersten Mahnung eintreiben, dabei gingen seine Männer recht ruppig vor, wer nicht zahlte wurde bei der nächsten Gruppenversammlung angeprangert und öffentlich blossgestellt. .... Georgius Buschides hatte sich nun schon beinahe als Gottes Stellvertreter gefühlt! Immer mehr Leute aus dem einfachen Volke hatten sich durch Herrn Buschides' feurige Reden aufrütteln und sich dazu animieren lassen, seiner Organisation beizutreten. Und gerade unter denen die nichts zu verlieren hatten ausser ihr eigenes Leben und ein paar Lumpen auf dem Leib (bevor Herr Buschides sie neu einkleidete) waren immer mehr bereit, für ihn in den Krieg zu ziehen und wenn es denn sein musste für "sein hehres Ziel" zu sterben! Unter Buschides' Gefolge waren ein Drittel Kinder-Soldaten unter 15 Jahren! Mit seinem Trupp unprofessioneller Krieger, die noch nie zuvor jemals auch nur eine einzige Schlacht bestreiten mussten, lediglich von Buschides indoktriniert ab jetzt glaubten, für eine gerechte Sache gegen fremde Mächte zu kämpfen, keinerlei Erfahrungen aufwiesen, die bisher nur theorethisch von wenigen pensionierten Legionären ausgebildet waren, würde kein Krieg gewonnen werden können, gegen die mächtigen Riesenheere der Herrscher in allen Landen, das wusste auch Buschides sehr genau und so hatte er gebrüt über seiner Idee und schliesslich ist ihm der zündende Gedanke gekommen: Über die Technologie der Zukunft müsste er verfügen, ein Flugzeug bräuchte er, um auf dem Luftweg in fremde Ländereien einzudringen und brennende Fackeln abzuwerfen, ein Flugobjekt, das er navigieren könnte, um die Armeen des Gegners und seine Machtzentren möglichst zielgenau zu treffen, damit er vor seinem Volk und der im Lande lebenden Zivilbevölkerung seine Aktionen damit rechtfertigen könne, sie aus den Händen ihrer despotischen Herrscher befreien und die Demokratie in der Welt schaffen zu wollen, wie sie im Griechenland der Antike bereits existiert hatte. Hinterher würde er die Bodenschätze und Ländereien unter seine Kontrolle bringen, damit sie nicht in die Hände anderer Despoten fielen, die vielleicht neue Kriege entfachen wollten. Vor Ort müsste ein Sonderbeauftragter seiner Organisation, der für besondere Führungsaufgaben in Frage käme, die Verwaltung übernehmen. - Doch Herr Buschides hatte nicht nur im Geldadel, also in den eigenen Reihen, Feinde, nein, er hatte einen viel gefährlicheren Gegenspieler, von dem er nichts wusste, der es schon lange auf ihn abgesehen hatte, der seine schmutzigen Aktionen genauestens gekannt. Einige unter Buschides's Handlangern waren getarnte Spitzel dieser Organisation, die schon seit einiger Zeit aus dem Untergrund gegen ihn operierten: Es war die Geheime Widerstands-organisation der P.J.H./Pro Justitia Humana, einer ultralinken Guerillaarmee, die für Recht und Gerechtigkeit kämpfte, ob reich oder arm, diese war in Insiderkreisen für ihren unerschrockenen Kampf für die Gerechtigkeit bekannt, und jene selbsternannten Gerechten wurden sogar von dem ultrarechten griechisch-türkisch-afrikanischen Verbund der Salatölmillionäre finanziell unterstützt, einer als solchen sehr antikommunistischen Organisation, welche die interorientalen Verbandsrichtlinien für den Basarhandel mit Öllampen und das internationale Petroleum- und Speiseölgeschäft vorgab. ..... -
Teil 2:
Zu jener Zeit hatte auch ein genialer Erfinder auf Kreta gelebt, Herr Danielis Dukides-Düsenjettin, ein Ingenieur griechisch-türkischer Abstammung, der in einer ärmlichen Hütte am Rande seines Dorfes wohnte und weil er seiner Zeit weit vorausdachte und diese noch nicht reif war, seine Ideen umzusetzen und es damals dafür auch am Wissen und Knowhow fehlte, sind die meisten seiner Erfindungen damals Papierwerk geblieben und er hatte sich seiner Genialität zum Trotze mit Gelegenheitsjobs durchschlagen müssen. Er war gerade daran, eine Art Lichtkugel zu bauen, aus Glas hatte er eine Form erstellt, welche das matte Kerzenlicht in grelles Tageslicht umformen sollte, denn die Handwerker arbeiteten oft bis in die späte nacht hinein bei schlechtem künstlichem Licht. Die Erfindung, die es später gab, hiess "Schusterkugel ". (Die es später im 19. Jahrhundert dann tatsächlich auch gab). Danielis war gerade dabei, von seiner Erfindung eine Taschenlampenversion zu entwickeln, einen Stecken mit einem Kerzenhalter darauf, davor eine geschliffene Glaskugel. Er hatte bereits rausgefunden, dass sich elektrische Energie aus einer Zitrone herstellen lässt, wenn er einen dünngesägten Metallspan, den er zur Entwicklung eines Kerzendochts gebrauchte, unter Strom setzte, so glimmte er kurz auf, er überlegte, ob sich das Phänomen nicht für die Herstellung von Kerzen verwenden liesse, denn er hatte nach Möglichkeiten geforscht, das gefährliche Petroleum, welches ausserdem übel roch, durch einen "sauberen und geruchlosen" Brennstoff zu ersetzen und dabei eine Kerze mit einem Docht zu schaffen, der viel länger brannte, weil er widerstandsfähiger wäre.
An jenem Abend sass Herr Danielis in seinem Zelt, er hatte in letzter Zeit oft bis spät in die Nacht gearbeitet und wollte mal wieder zeitig Feierabend begehen und den Sonnenuntergang geniessen. Er las in einem Buch, das er neuerworben hatte, über die alten Ägypter... So wie wir heute hatte sich auch Danielis schon gewundert, wie die alten Ägypter mit den technischen Möglichkeiten ihrer Zeit imstande gewesen waren, Pyramiden zu errichten.. Er dachte an die schwer schuftenden Sklaven, und an seine Leute im Dorf, an die Frauen, die jeden Morgen das Trinkwasser in Kübeln anschleppten.
Ein Eine Anlage müsste gebaut werden, um Trinkwasser herzustellen, indem das Wasser aus dem Meer zuerst entsalzt und hernach durch ein unterirdisches Kanalisationssystem in die Häuser geleitet würde, den Wind vom Meer, der fast immer ein bisschen wehte, könnte man dazu nutzen, ein Pumpwerk anzutreiben, er wünschte sich, dass alle Zugang zu sauberem Trinkwasser bekämen, auch die Ärmsten, dass komfortabler Lebensstil und römische Dampfbäder nicht länger ein Privileg der Reichen und Herren seien. Man könnte Wasser in Flaschen literweise abfüllen und auf dem Wochenmarkt im Dorf zu fairen Preisen anbieten, Überschüsse könnte man in die Wüstenländer exportieren...
Während Danielis so dachte, wie seiner und kommenden Generationen das Leben leichter gemacht werden könnte hatte sich ihm völlig unbemerkt ein Schatten genähert, jemand hatte ihm auf die Schulter geklopft: Es war der grosse Mäzen Herr Buschides! Herr Danielis erkundigte sich sogleich höflich, was ihm die Ehre verschaffe! Herr Buschides teilte Herrn Danielis seinen Wunsch mit, sich von ihm ein Flugobjekt erfinden zu lassen, welches in der Lage sei, brennende Fackeln abzuwerfen. Herr Danielis hätte niemals sein Wissen und Können für kriegerische Zwecke hergegeben, doch erstens war Danielis ein Mensch, der an das Gute in seinen Mitmenschen und dessen Sieg glaubte und dachte nicht daran, dass seine Erfindungen in falsche Hände geraten und für gemeine Zwecke missbraucht werden könnten.
Georghius Buschides aber war ein listiger Mann, zu allem entschlossen und er wusste nur allzugut, wie er sein Projekt dem genialen Erfinder hatte verkaufen können: Er liess ihn wissen, er wolle ein Sommerfest veranstalten, alle, Arm und Reich wolle er dazu einladen und dabei dem Volke eine Weltneuheit präsentieren! So hatte der Erfinder eingewilligt, versprach sein möglichstes zu tun, Danielis Düsenjettin betrachtete es als ein Geschenk des Himmels, dass Herr Buschides genau im richtigen Moment gekommen war, als er gerade über die schwere körperliche Schufterei der Sklaven im alten Ägypten nachgedacht, eine solche Maschine hätte ihnen die Arbeit wesentlich leichter gemacht!
Herr Danielis, der mit Leib und Seele Ingenieur war, hatte sich oft gewünscht, der reichste und berühmteste Erfinder der Welt zu sein, da er als solcher alles hätte tun können, um der Menschheit zu einem besserem Leben zu verhelfen. An Nachteile, welche die falsche Nutzung von Ressourcen und Technik für die Umwelt bringen könnte hatte damals auch Danielis nicht gedacht, darüber wusste man zu der Zeit auch noch zuwenig Bescheid. Was er allerdings genau wusste war, dass er es nicht alleine schaffen würde, so hatte er die tüchtigsten Handwerker seines Dorfes für das Buschides-Düsenjettin'sche Projekt um Mithilfe ersucht. Jeder war sofort bereit, für ein Projekt ihres hochgeschätzten Herrn Buschides und seinen namhaften Partner, den genialen Erfinder Düsenjettin, mitzuarbeiten, und mit vereinten Kräften hatten sie einen Riesendrachen mit Feuerwerksabwurfmechanik konstruiert.
Der Der Schmied hatte ein solides Grundgerüst geschweisst, der Tischler zwei Flügel aus leichtem, strapazierfähigem Holz gezimmert, der Fischer ein gut erhaltenes Fischernetz mit einem Juteseil besorgt, um an dem Flieger einen Korb aufzuhängen, den der Korber des Dorfes geflochten.....Herr Danielis besorgte den Rest, er konstruierte die Fackeln, die er an einem Metallstab aufhängen konnte, das ganze würde er mit Juteseil am Haken eines metallenen Seilzugs festbinden, den er an einem Spezialkonstrukt im Flieger befestigen und von diesem würde er das Metallseil in der Luft hinunter lassen, an dem mit einem Juteseil der Metallstab, welcher die Fackeln hielt, befestigt waren. Wenn die Fackeln entzündet wurden, so fing das Juteseil Feuer, dadurch brannte es nach einiger Zeit durch und verlor den Metallstab mit den Fackeln.
Teil 3:
Eines Abends kurz vor Mitternacht, Herr Danielis hatte wiedereinmal bis abends spät gearbeitet und wollte sich gerade zur Ruhe begeben, da klopfte es an sein Zelt, wütende Stimmen forderten ihn auf, rauszukommen: Draussen hatte eine Gruppe maskierter Männer und Frauen gestanden, es waren Aktivisten der linksradikalen PJH! Diese hatten den Erfinder unsanft auf eine Pferdekutsche gezerrt und gefesselt und fuhren mit ihm alsdann in die Nähe des Schiffshafens, entführten ihn auf eine abgelegene Insel in der Umgebung, dort verhörten sie ihn, zwangen ihn, auszusagen, warum er für jenen Verbrecher und Kriegstreiber Buschides arbeite. Herr Danielis tat erstaunt!
Als Herr Danielis den Ausführungen der PJH, die dunklen Absichten seines Auftraggebers betreffend, nicht glauben wollte, hatten sie ihm die Schlachtpläne gezeigt, welche Spitzel aus Buschides Trupp besorgt hatten, die von diesem entworfen worden waren! Als Herr Danielis noch immer an der Bosheit des Herrn Buschides zweifelte waren sie mit ihm noch in einen nahegelegenen Wald gefahren, wo sich sein geheimes Hauptquartier befand.
Sicherheitshalber hatten die PJH-Guerilleros gleich noch ein paar von Danielis' Erfindungen geraubt, - nach dem Motto der Zweck heilige die Mittel.....
(Den Erfinder zu berauben war leichtes Spiel, denn wie es ja in seinem Naturell lag, hatte er seine Erfindungen stets auf dem Tisch liegengelassen und sein Zelt nie abgeschlossen, wenn er es verliess). -
Ein Abhörgerät, ein trichterförmiges Stück Horn hatten sie mitgehen lassen, von dem sie dachten, dass es sich vielleicht als nützlich erweise, und damit konnten sie nun belauschen, was Buschidis seine Gefolgsleute lehrte, und Danielis hörte, wovon sie sprachen. Zum ersten mal in seinem Leben erfuhr Danielis von der Zweigesichtigkeit gewisser Leute, die sich als Gutmenschen ausgaben und er beschloss, von nun an viel besser aufzupassen und kritischer zu betrachten, wofür jemand seine Erfindungen brauchte!
Nach drei Tagen brachte die PJH den völlig erschöpften Erfinder zurück zu seiner Zelthütte und er bekam auch seine Erfindungen zurück. Herr Danielis war sogleich erschöpft auf sein Lager aus Stroh und Jutetuch gesunken, hatte sich erstmal von seinem Schock erholen müssen und schon fast geglaubt, es wäre alles nur ein schlimmer Albtraum gewesen, aber hier lag das Stück Holz, auf welchem die PJH ihre Forderungen mitgeteilt hatte und die er unterschrieben hatte: ....
Ein Komplott gegen Buschides war geschmiedet worden: Danielis hatte mit der PJH vereinbart, dass er die Erfindung vollenden würde und sobald sie bereit sei für den ersten Testflug, da solle er Herrn Buschides zur Besichtigung einladen, und das tat er dann, als es soweit war:
Der Drache erhob sich in die Lüfte, doch nach einigen Hundert Meter war er ins Stottern geraten. Er war viel zu schwer, der Auftrieb war zu klein. Bei zu wenig Wind kam er gar nicht hoch. Herr Danielis bedingte sich abermals mehr Zeit aus und verbesserte sein Flugobjekt. Schliesslich der grosse Tag, an dem das Sommerfest beginnen und an welchem der Flieger seine Jungfernfahrt starten sollte..
Herr Danielis und seine Besatzung, unter ihnen PJH-Spitzel, hatten sich in den Korb gesetzt. Der Drache hob ab und flog durch die Lüfte, Herr Danielis steuerte ihn sicher bis sie sich weit draussen über dem offenen Meer befanden. Unten war Rettungsboot mitgeschwommen. Herr Danielis hatte einem Zirkusakrobaten, der die Aufgabe hatte, die Fackeln zu entzünden, feierlich eine Handvoll Streichhölzer überreicht, diesen an einer Rolle heruntergelassen, der Akrobat hielt sich fest und war zu dem Haken am Seilzung geturnt, wo er den Stab, der die zwölf Fackeln hielt, am Juteseil befestigte. Er entzündete sie, schwang sich blitzschnell zurück und liess sich von Danielis wieder raufziehen. Der Wind war günstig, nicht zu schwach und nicht zu stark, die Sicht gut, Danielis guckte durch's Fernglas - die Sicht war herrlich, doch gegen Nachmittag war plötzlich ein heftiger Sturm aufgezogen und der Flieger geriet in Turbulenzen.
Danielis hatte eben noch eine weitere Fackel entzündet, denn es wurde schon dunkel. ¨Der Flieger hatte Feuer gefangen, doch es gelang Herrn Düsenjettin, den Brand aufzuhalten, dafür musste der gesamte Löschwasservorrat aufgebraucht werden, den Danielis bereitgestellt hatte, noch dazu etwas vom Trinkwasser geopfert werden. Schliesslich aber war es Danielis gelungen, den Flieger über Meer zu steuern, so dass er an einer Stelle ins Meer sank, wo der Wasserspiegel tief genug war. Über Südanatolien stürzte Düsenjettin mit seiner Crew ab, doch alle überlebten, dank dem tiefen Meeresspiegel waren sie „weich gelandet“ und konnten sich mit ihrem Boot an Land retten. Die Leute hatten nicht schlecht über das komische Objekt gestaunt, das sie noch nie gesehen hatten und über den Trupp wild gestikulierender Leute, die darin sassen.
Einige Tage rasteten sie, um sich von den Strapazen ihres Sturzfluges zu erholen, dann setzten sie ihre Reise auf abenteuerlichen Wegen durch den Orient fort, gelangten schliesslich zur saudiarabischen Küste, dort reisten sie als blinde Pasagiere auf einem Handelsschiff weiter und in Südindien endete ihre Reise, hier, am Strand von Goa, hatten sie sich zu bleiben entschlossen.
Die PJH hatte Herrn Danielis die verbeinbarte 1 Million Drachmen gezahlt, um ausser Landes zu gehen und nicht mehr zurückzukehren, diese musste er nun in Landeswährung umtauschen. Es war abgesprochen, dass die PJH später die Nachricht verbreiten liesse, der geniale Erfinder sei tödlich verunglückt. -
Herrn Buschides hatte die Nachricht sehr verärgert, keinen Augenblick hatte er sich ein Gewissen dabei gemacht, den Erfinder in eine lebensbedrohliche Lage manövriert zu haben. Vielmehr hatte er davon geträumt, schon bald im Sturm die Welt zu erobern und zum mächtigsten Mann aller Zeiten aufzusteigen, als Befreier und Retter der Welt gefeiert zu werden und Geschichte zu schreiben...doch nun war es für ihn anders gekommen!....
Der Erfinder lebte nun im fernen Indien. Einer der PJH-Angehörigen hatte sich pensionieren lassen und wollte von nun an den Ruhestand am Meer geniessen, die anderen sind nach Kreta zurückgekehrt, um weiter mutig für die Gerechtigkeit zu kämpfen, einzelne aus der Besatzung, die zur PJH gehörten und den Erfinder bis zu seinem neuen Ort begleitet hatten, hatten gekündigt, sind ausgestiegen und hatten sich gemeinsam mit Danielis in Indien niedergelassen.
Mit dem Geld, das die PJH gezahlt hatte, konnte Danielis sich eine kleine Rente erkaufen, einen Teil hatte er in Gold angelegt, dies hatte ihm ein Auskommen gesichert. So konnte Herr Danielis weiter erfinden, doch reich und berühmt ist er nie geworden! Danielis beschloss, gemeinsam mit den Mitgliedern seiner „Besatzung“ die GOA = Gemeinschaftliche Organisation Antikrieg zu gründen!
Eine Ethikkommission sollte geschaffen werden, zur Überwachung der Entwicklung technischer Geräte und deren Überprüfung auf mögliche Verwendbarkeit zu kriegerischen Zwecken. Doch die beiden Vorhaben gelangen nicht, das Geld reichte nicht aus für den Aufbau solcher Institutionen.
Herr Danielis arbeitete nun viel weniger und genoss dafür viel mehr das Leben, oft sass er abends am Strand von Goa und hatte meditiert - zur Heimat ist ihm Indien aber nie geworden, im Gegenteil, er hatte sich immer als Fremder gefühlt und die Aussicht auf den Strand hatte ihn oft sehr traurig gestimmt, sie erinnerte ihn an sein Heimatland, an das er wehmütig zurückdachte, nachdem er sich zuückgesehnt, doch als "toter" konnte er ja nicht nach Kreta zurückkehren!
Und was ist aus Buschidis geworden? Aus lauter Feigheit und vor Ärger über seine gescheiterte "Welt-friedensmission" ist er wieder ausgewandert. Ob er eines Tages nach Indien käme und auf den Erfinder träfe? -- Nein! -
Herr Danielis Düsenjettin ist schon bald darauf verstorben, und von Georgis Buschides hat man nie wieder gehört. Doch an dem Abend, als sie in Goa gestrandet und dort zu bleiben sich entschieden hatten, was taten sie dann?
Sie hatten die Friedenspfeife angezündet, die ein ehemaliger Lehrling des Dorftischlers, der später sein Leben in den Dienst der PJH stellte, sich auf der langen Reise geschnitzt hatte, und der nun ebenfalls in den Vorruhestand gehen wollte, um in Indien ein neues Leben zu beginnen, mit viel Ruhe, meditieren und etwas sozialer Arbeit.
An jenem Abend, an dem sie sich gemeinsam an den Strand von Goa gesetzt, wurde ein Liedchen angestimmt, im Chor hatten sie gesungen:
"NIE WIEDER KRIEG"!
Und nachdem sie die Friedenspfeife entzündet, hatte jeder davon drei Züge entnommen:
Zu jener Zeit hatte auf Kreta, im heutigen Gavdós ein Krösus Namens Georgis Buschidis gelebt. Buschides hatte die Bettler, Lahmen und Krüppel von der Strasse geholt, die Armen und Kranken lud er zu Festmahlen ein, dabei redete er vom Weltfrieden, der bald kommen würde, dem jedoch zuvor ein Weltkrieg, der erste und letzte in der Geschichte der Menschheit, vorangehen müsse, um die Völker aus dem Joch ihrer despotischen Herrscher, Diktatoren zu befreien und hernach den Frieden und die Demokratie in der Welt nach griechischem Muster herbeizuführen. Georgis Buschidis war für seine soziale Einstellung, die er bezeugte, im ganzen Lande bekannt, in der Unterschicht und beim einfachen Volke hatte er sich stets grösser werdender Beliebtheit erfreut - doch Buschides war nicht der soziale Reiche, den er mimte. - er war ein gemeiner Betrüger, der die Armen nur als Mittel zum Zwecke gebrauchte! Mit seinen rauschenden Festen für die Armen warb er um Mitglieder für seine PNW = Peace no War Organization, die bloss Tarnung war, denn Buschides war's nicht um den Weltfrieden gegangen, vielmehr wollte er die Welt erobern und deren Bodenschätze ausplündern! Unter seinesgleichen, den Reichen, den Wohlhabenden, hatte man sein wahres gekannt:
Buschides war der Erbe vierter Generation eines verstorbenen Mafiaclanbosses der übelsten Sorte, schon sein Ur-Ur-Grossvater hatte mit Raubüberfällen und Piraterie sein Vermögen gescheffelt, er selbst hatte sein Geld auch nie durch ehrliche Arbeit erworben. Als junger Spund war Buschides ausgewandert, um die Welt zu erforschen, sprich auszurauben, als er nach Hause zurückgekehrt, da war sein Schiff mit Raubgut beladen bis an den Randund sein Kopf voller Pläne für neue Schandtaten, die nur noch darauf warteten, begangen zu werden!
Kaum zurückgekehrt, hatte Buschides ein mittleres Landgut erworben und liess sich eine Villa und ein Haus drauf bauen. Buschides war einst ausgewandert, um einem Gerichtsverfahren wegen Steuerbetrugs zu entgehen, was damals alles andere als ein Kavaliersdelikt bedeutete, doch das Verfahren wurde eingestellt, er hatte auch Schulden angehäuft, doch mit der Zeit hatten sich weder Schuldner noch Gläubiger mehr gemeldet, Buschides galt als verschollen und als er plötzlich wieder aufgetaucht war, hatte die Forderung längst verjährt! Seine Betrogenen hatten es damals unterlassen, ihr Guthaben gerichtlich einzufordern! Sein Porträt hing damals in allen Gassen, doch der Regen hatte die Plakate mit der Zeit verwischt und nach sovielen Jahren Abwesenheit erkannte ihn niemand wieder, sein Aussehen hatte sich ziemlich verändert, er war etwas gealtert, und die meisten der Leute, die zu jener Zeit dort lebten, waren fortgezogen. So war Buschides nun als „gemachter Mann“ heimgekehrt. Keiner wusste mehr von seinen Verbrechen von früher.
Damals wäre Buschides beinahe, inhaftiert worden, und er war nur knapp seiner gerechten Strafe entgangen, er hatte sich seinerzeit um das politische Amt des Finanzministers beworben, doch als sein Delikt der Steuerhinterziehung auskam, da wurde er sogleich disqualifiziert. Auch das konnte Buschides niemals verwinden, er ertrug es nie, wenn jemandem sein Wunsch nicht Befehl bedeutete, ein Strafverfahren wurde gegen ihn eingeleitet, mit einem Fuss hatte er bereits im Kerker gestanden, doch er entkam und floh ins Ausland. Obschon er es selbst war, der schweres Unrecht begangen hatte, wollte er es nicht einsehen und hatte die Politiker seines Landes mit beissendem Spott belegt und beschimpft.
Während seiner langen Reise durch die Welt, in welcher Georgis Buschides neue Beutezüge beging, war er auf Amerika gestossen, den Kontinent, den es damals offiziell noch nicht gab, welcher erst Jahrhunderte später durch Christoph Kolumbus offiziell entdeckt werden sollte! Buschides behielt sein Geheimnis für sich, denn die Leute hätten ihn für verrückt erklärt und seine Geschichte nicht geglaubt. -
Ausserdem bestand sein Vorteil darin, dass nur er diesen Ort der Welt kannte, dass er wusste, wohin er sich verziehen könnte, sollte die Situation einmal wiedereinmal brenzlig für ihn werden. Ausserdem barg der noch unentdeckte Kontinent Bodenschätze, diese auszubeuten es galt, und er wollte natürlich der erste sein.
Nun also war Buschides reich, mächtig und erstnoch beliebt beim einfachen Volke, doch das gereichte ihm noch nicht zu seinem Glück, und wenn er damals schon nicht Finanzminister werden durfte über ein kleines Reich, dann war ihm doch gleich was viel besseres eingefallen: Die WELTMACHT wollte er ergreifen! Das war natürlich ein utopischer Plan, denn Kreta war ja nur ein kleines Ländchen am Mittelmeer und keine Supermacht! -
Doch was sich ein Herr Buschides einmal in den Kopf gesetzt, das gedachte er auch auszuführen, und um seinen gemeinen Plan zu verwirklichen hatte er die Armen seines Landes missbraucht. An seiner teilweise mit den Spenden seiner Mitglieder gegründeten Akademie liess er junge, gesunde Leute zu seinen Soldaten ausbilden, von pensionierten römischen Legionären. Immer häufiger wurden seine publizistischen Veranstaltungen und immer dreister ging er dabei vor! Jeder konnte und sollte Buschidis' Gemeinde beitreten, der bereit wäre, zum Weltfrieden beizutragen, wer nicht kriegstauglich sei, der könne immer noch andere Aufgaben übernehmen oder wenigstens Passivmitglied seiner Organisation werden (und als solches durfte man fette Mitgliederbeiträge zahlen). Wurde ein Mitglied einmal zahlungsunfähig, so liess er das Geld gleich nach der ersten Mahnung eintreiben, dabei gingen seine Männer recht ruppig vor, wer nicht zahlte wurde bei der nächsten Gruppenversammlung angeprangert und öffentlich blossgestellt. .... Georgius Buschides hatte sich nun schon beinahe als Gottes Stellvertreter gefühlt! Immer mehr Leute aus dem einfachen Volke hatten sich durch Herrn Buschides' feurige Reden aufrütteln und sich dazu animieren lassen, seiner Organisation beizutreten. Und gerade unter denen die nichts zu verlieren hatten ausser ihr eigenes Leben und ein paar Lumpen auf dem Leib (bevor Herr Buschides sie neu einkleidete) waren immer mehr bereit, für ihn in den Krieg zu ziehen und wenn es denn sein musste für "sein hehres Ziel" zu sterben! Unter Buschides' Gefolge waren ein Drittel Kinder-Soldaten unter 15 Jahren! Mit seinem Trupp unprofessioneller Krieger, die noch nie zuvor jemals auch nur eine einzige Schlacht bestreiten mussten, lediglich von Buschides indoktriniert ab jetzt glaubten, für eine gerechte Sache gegen fremde Mächte zu kämpfen, keinerlei Erfahrungen aufwiesen, die bisher nur theorethisch von wenigen pensionierten Legionären ausgebildet waren, würde kein Krieg gewonnen werden können, gegen die mächtigen Riesenheere der Herrscher in allen Landen, das wusste auch Buschides sehr genau und so hatte er gebrüt über seiner Idee und schliesslich ist ihm der zündende Gedanke gekommen: Über die Technologie der Zukunft müsste er verfügen, ein Flugzeug bräuchte er, um auf dem Luftweg in fremde Ländereien einzudringen und brennende Fackeln abzuwerfen, ein Flugobjekt, das er navigieren könnte, um die Armeen des Gegners und seine Machtzentren möglichst zielgenau zu treffen, damit er vor seinem Volk und der im Lande lebenden Zivilbevölkerung seine Aktionen damit rechtfertigen könne, sie aus den Händen ihrer despotischen Herrscher befreien und die Demokratie in der Welt schaffen zu wollen, wie sie im Griechenland der Antike bereits existiert hatte. Hinterher würde er die Bodenschätze und Ländereien unter seine Kontrolle bringen, damit sie nicht in die Hände anderer Despoten fielen, die vielleicht neue Kriege entfachen wollten. Vor Ort müsste ein Sonderbeauftragter seiner Organisation, der für besondere Führungsaufgaben in Frage käme, die Verwaltung übernehmen. - Doch Herr Buschides hatte nicht nur im Geldadel, also in den eigenen Reihen, Feinde, nein, er hatte einen viel gefährlicheren Gegenspieler, von dem er nichts wusste, der es schon lange auf ihn abgesehen hatte, der seine schmutzigen Aktionen genauestens gekannt. Einige unter Buschides's Handlangern waren getarnte Spitzel dieser Organisation, die schon seit einiger Zeit aus dem Untergrund gegen ihn operierten: Es war die Geheime Widerstands-organisation der P.J.H./Pro Justitia Humana, einer ultralinken Guerillaarmee, die für Recht und Gerechtigkeit kämpfte, ob reich oder arm, diese war in Insiderkreisen für ihren unerschrockenen Kampf für die Gerechtigkeit bekannt, und jene selbsternannten Gerechten wurden sogar von dem ultrarechten griechisch-türkisch-afrikanischen Verbund der Salatölmillionäre finanziell unterstützt, einer als solchen sehr antikommunistischen Organisation, welche die interorientalen Verbandsrichtlinien für den Basarhandel mit Öllampen und das internationale Petroleum- und Speiseölgeschäft vorgab. ..... -
Teil 2:
Zu jener Zeit hatte auch ein genialer Erfinder auf Kreta gelebt, Herr Danielis Dukides-Düsenjettin, ein Ingenieur griechisch-türkischer Abstammung, der in einer ärmlichen Hütte am Rande seines Dorfes wohnte und weil er seiner Zeit weit vorausdachte und diese noch nicht reif war, seine Ideen umzusetzen und es damals dafür auch am Wissen und Knowhow fehlte, sind die meisten seiner Erfindungen damals Papierwerk geblieben und er hatte sich seiner Genialität zum Trotze mit Gelegenheitsjobs durchschlagen müssen. Er war gerade daran, eine Art Lichtkugel zu bauen, aus Glas hatte er eine Form erstellt, welche das matte Kerzenlicht in grelles Tageslicht umformen sollte, denn die Handwerker arbeiteten oft bis in die späte nacht hinein bei schlechtem künstlichem Licht. Die Erfindung, die es später gab, hiess "Schusterkugel ". (Die es später im 19. Jahrhundert dann tatsächlich auch gab). Danielis war gerade dabei, von seiner Erfindung eine Taschenlampenversion zu entwickeln, einen Stecken mit einem Kerzenhalter darauf, davor eine geschliffene Glaskugel. Er hatte bereits rausgefunden, dass sich elektrische Energie aus einer Zitrone herstellen lässt, wenn er einen dünngesägten Metallspan, den er zur Entwicklung eines Kerzendochts gebrauchte, unter Strom setzte, so glimmte er kurz auf, er überlegte, ob sich das Phänomen nicht für die Herstellung von Kerzen verwenden liesse, denn er hatte nach Möglichkeiten geforscht, das gefährliche Petroleum, welches ausserdem übel roch, durch einen "sauberen und geruchlosen" Brennstoff zu ersetzen und dabei eine Kerze mit einem Docht zu schaffen, der viel länger brannte, weil er widerstandsfähiger wäre.
An jenem Abend sass Herr Danielis in seinem Zelt, er hatte in letzter Zeit oft bis spät in die Nacht gearbeitet und wollte mal wieder zeitig Feierabend begehen und den Sonnenuntergang geniessen. Er las in einem Buch, das er neuerworben hatte, über die alten Ägypter... So wie wir heute hatte sich auch Danielis schon gewundert, wie die alten Ägypter mit den technischen Möglichkeiten ihrer Zeit imstande gewesen waren, Pyramiden zu errichten.. Er dachte an die schwer schuftenden Sklaven, und an seine Leute im Dorf, an die Frauen, die jeden Morgen das Trinkwasser in Kübeln anschleppten.
Ein Eine Anlage müsste gebaut werden, um Trinkwasser herzustellen, indem das Wasser aus dem Meer zuerst entsalzt und hernach durch ein unterirdisches Kanalisationssystem in die Häuser geleitet würde, den Wind vom Meer, der fast immer ein bisschen wehte, könnte man dazu nutzen, ein Pumpwerk anzutreiben, er wünschte sich, dass alle Zugang zu sauberem Trinkwasser bekämen, auch die Ärmsten, dass komfortabler Lebensstil und römische Dampfbäder nicht länger ein Privileg der Reichen und Herren seien. Man könnte Wasser in Flaschen literweise abfüllen und auf dem Wochenmarkt im Dorf zu fairen Preisen anbieten, Überschüsse könnte man in die Wüstenländer exportieren...
Während Danielis so dachte, wie seiner und kommenden Generationen das Leben leichter gemacht werden könnte hatte sich ihm völlig unbemerkt ein Schatten genähert, jemand hatte ihm auf die Schulter geklopft: Es war der grosse Mäzen Herr Buschides! Herr Danielis erkundigte sich sogleich höflich, was ihm die Ehre verschaffe! Herr Buschides teilte Herrn Danielis seinen Wunsch mit, sich von ihm ein Flugobjekt erfinden zu lassen, welches in der Lage sei, brennende Fackeln abzuwerfen. Herr Danielis hätte niemals sein Wissen und Können für kriegerische Zwecke hergegeben, doch erstens war Danielis ein Mensch, der an das Gute in seinen Mitmenschen und dessen Sieg glaubte und dachte nicht daran, dass seine Erfindungen in falsche Hände geraten und für gemeine Zwecke missbraucht werden könnten.
Georghius Buschides aber war ein listiger Mann, zu allem entschlossen und er wusste nur allzugut, wie er sein Projekt dem genialen Erfinder hatte verkaufen können: Er liess ihn wissen, er wolle ein Sommerfest veranstalten, alle, Arm und Reich wolle er dazu einladen und dabei dem Volke eine Weltneuheit präsentieren! So hatte der Erfinder eingewilligt, versprach sein möglichstes zu tun, Danielis Düsenjettin betrachtete es als ein Geschenk des Himmels, dass Herr Buschides genau im richtigen Moment gekommen war, als er gerade über die schwere körperliche Schufterei der Sklaven im alten Ägypten nachgedacht, eine solche Maschine hätte ihnen die Arbeit wesentlich leichter gemacht!
Herr Danielis, der mit Leib und Seele Ingenieur war, hatte sich oft gewünscht, der reichste und berühmteste Erfinder der Welt zu sein, da er als solcher alles hätte tun können, um der Menschheit zu einem besserem Leben zu verhelfen. An Nachteile, welche die falsche Nutzung von Ressourcen und Technik für die Umwelt bringen könnte hatte damals auch Danielis nicht gedacht, darüber wusste man zu der Zeit auch noch zuwenig Bescheid. Was er allerdings genau wusste war, dass er es nicht alleine schaffen würde, so hatte er die tüchtigsten Handwerker seines Dorfes für das Buschides-Düsenjettin'sche Projekt um Mithilfe ersucht. Jeder war sofort bereit, für ein Projekt ihres hochgeschätzten Herrn Buschides und seinen namhaften Partner, den genialen Erfinder Düsenjettin, mitzuarbeiten, und mit vereinten Kräften hatten sie einen Riesendrachen mit Feuerwerksabwurfmechanik konstruiert.
Der Der Schmied hatte ein solides Grundgerüst geschweisst, der Tischler zwei Flügel aus leichtem, strapazierfähigem Holz gezimmert, der Fischer ein gut erhaltenes Fischernetz mit einem Juteseil besorgt, um an dem Flieger einen Korb aufzuhängen, den der Korber des Dorfes geflochten.....Herr Danielis besorgte den Rest, er konstruierte die Fackeln, die er an einem Metallstab aufhängen konnte, das ganze würde er mit Juteseil am Haken eines metallenen Seilzugs festbinden, den er an einem Spezialkonstrukt im Flieger befestigen und von diesem würde er das Metallseil in der Luft hinunter lassen, an dem mit einem Juteseil der Metallstab, welcher die Fackeln hielt, befestigt waren. Wenn die Fackeln entzündet wurden, so fing das Juteseil Feuer, dadurch brannte es nach einiger Zeit durch und verlor den Metallstab mit den Fackeln.
Teil 3:
Eines Abends kurz vor Mitternacht, Herr Danielis hatte wiedereinmal bis abends spät gearbeitet und wollte sich gerade zur Ruhe begeben, da klopfte es an sein Zelt, wütende Stimmen forderten ihn auf, rauszukommen: Draussen hatte eine Gruppe maskierter Männer und Frauen gestanden, es waren Aktivisten der linksradikalen PJH! Diese hatten den Erfinder unsanft auf eine Pferdekutsche gezerrt und gefesselt und fuhren mit ihm alsdann in die Nähe des Schiffshafens, entführten ihn auf eine abgelegene Insel in der Umgebung, dort verhörten sie ihn, zwangen ihn, auszusagen, warum er für jenen Verbrecher und Kriegstreiber Buschides arbeite. Herr Danielis tat erstaunt!
Als Herr Danielis den Ausführungen der PJH, die dunklen Absichten seines Auftraggebers betreffend, nicht glauben wollte, hatten sie ihm die Schlachtpläne gezeigt, welche Spitzel aus Buschides Trupp besorgt hatten, die von diesem entworfen worden waren! Als Herr Danielis noch immer an der Bosheit des Herrn Buschides zweifelte waren sie mit ihm noch in einen nahegelegenen Wald gefahren, wo sich sein geheimes Hauptquartier befand.
Sicherheitshalber hatten die PJH-Guerilleros gleich noch ein paar von Danielis' Erfindungen geraubt, - nach dem Motto der Zweck heilige die Mittel.....
(Den Erfinder zu berauben war leichtes Spiel, denn wie es ja in seinem Naturell lag, hatte er seine Erfindungen stets auf dem Tisch liegengelassen und sein Zelt nie abgeschlossen, wenn er es verliess). -
Ein Abhörgerät, ein trichterförmiges Stück Horn hatten sie mitgehen lassen, von dem sie dachten, dass es sich vielleicht als nützlich erweise, und damit konnten sie nun belauschen, was Buschidis seine Gefolgsleute lehrte, und Danielis hörte, wovon sie sprachen. Zum ersten mal in seinem Leben erfuhr Danielis von der Zweigesichtigkeit gewisser Leute, die sich als Gutmenschen ausgaben und er beschloss, von nun an viel besser aufzupassen und kritischer zu betrachten, wofür jemand seine Erfindungen brauchte!
Nach drei Tagen brachte die PJH den völlig erschöpften Erfinder zurück zu seiner Zelthütte und er bekam auch seine Erfindungen zurück. Herr Danielis war sogleich erschöpft auf sein Lager aus Stroh und Jutetuch gesunken, hatte sich erstmal von seinem Schock erholen müssen und schon fast geglaubt, es wäre alles nur ein schlimmer Albtraum gewesen, aber hier lag das Stück Holz, auf welchem die PJH ihre Forderungen mitgeteilt hatte und die er unterschrieben hatte: ....
Ein Komplott gegen Buschides war geschmiedet worden: Danielis hatte mit der PJH vereinbart, dass er die Erfindung vollenden würde und sobald sie bereit sei für den ersten Testflug, da solle er Herrn Buschides zur Besichtigung einladen, und das tat er dann, als es soweit war:
Der Drache erhob sich in die Lüfte, doch nach einigen Hundert Meter war er ins Stottern geraten. Er war viel zu schwer, der Auftrieb war zu klein. Bei zu wenig Wind kam er gar nicht hoch. Herr Danielis bedingte sich abermals mehr Zeit aus und verbesserte sein Flugobjekt. Schliesslich der grosse Tag, an dem das Sommerfest beginnen und an welchem der Flieger seine Jungfernfahrt starten sollte..
Herr Danielis und seine Besatzung, unter ihnen PJH-Spitzel, hatten sich in den Korb gesetzt. Der Drache hob ab und flog durch die Lüfte, Herr Danielis steuerte ihn sicher bis sie sich weit draussen über dem offenen Meer befanden. Unten war Rettungsboot mitgeschwommen. Herr Danielis hatte einem Zirkusakrobaten, der die Aufgabe hatte, die Fackeln zu entzünden, feierlich eine Handvoll Streichhölzer überreicht, diesen an einer Rolle heruntergelassen, der Akrobat hielt sich fest und war zu dem Haken am Seilzung geturnt, wo er den Stab, der die zwölf Fackeln hielt, am Juteseil befestigte. Er entzündete sie, schwang sich blitzschnell zurück und liess sich von Danielis wieder raufziehen. Der Wind war günstig, nicht zu schwach und nicht zu stark, die Sicht gut, Danielis guckte durch's Fernglas - die Sicht war herrlich, doch gegen Nachmittag war plötzlich ein heftiger Sturm aufgezogen und der Flieger geriet in Turbulenzen.
Danielis hatte eben noch eine weitere Fackel entzündet, denn es wurde schon dunkel. ¨Der Flieger hatte Feuer gefangen, doch es gelang Herrn Düsenjettin, den Brand aufzuhalten, dafür musste der gesamte Löschwasservorrat aufgebraucht werden, den Danielis bereitgestellt hatte, noch dazu etwas vom Trinkwasser geopfert werden. Schliesslich aber war es Danielis gelungen, den Flieger über Meer zu steuern, so dass er an einer Stelle ins Meer sank, wo der Wasserspiegel tief genug war. Über Südanatolien stürzte Düsenjettin mit seiner Crew ab, doch alle überlebten, dank dem tiefen Meeresspiegel waren sie „weich gelandet“ und konnten sich mit ihrem Boot an Land retten. Die Leute hatten nicht schlecht über das komische Objekt gestaunt, das sie noch nie gesehen hatten und über den Trupp wild gestikulierender Leute, die darin sassen.
Einige Tage rasteten sie, um sich von den Strapazen ihres Sturzfluges zu erholen, dann setzten sie ihre Reise auf abenteuerlichen Wegen durch den Orient fort, gelangten schliesslich zur saudiarabischen Küste, dort reisten sie als blinde Pasagiere auf einem Handelsschiff weiter und in Südindien endete ihre Reise, hier, am Strand von Goa, hatten sie sich zu bleiben entschlossen.
Die PJH hatte Herrn Danielis die verbeinbarte 1 Million Drachmen gezahlt, um ausser Landes zu gehen und nicht mehr zurückzukehren, diese musste er nun in Landeswährung umtauschen. Es war abgesprochen, dass die PJH später die Nachricht verbreiten liesse, der geniale Erfinder sei tödlich verunglückt. -
Herrn Buschides hatte die Nachricht sehr verärgert, keinen Augenblick hatte er sich ein Gewissen dabei gemacht, den Erfinder in eine lebensbedrohliche Lage manövriert zu haben. Vielmehr hatte er davon geträumt, schon bald im Sturm die Welt zu erobern und zum mächtigsten Mann aller Zeiten aufzusteigen, als Befreier und Retter der Welt gefeiert zu werden und Geschichte zu schreiben...doch nun war es für ihn anders gekommen!....
Der Erfinder lebte nun im fernen Indien. Einer der PJH-Angehörigen hatte sich pensionieren lassen und wollte von nun an den Ruhestand am Meer geniessen, die anderen sind nach Kreta zurückgekehrt, um weiter mutig für die Gerechtigkeit zu kämpfen, einzelne aus der Besatzung, die zur PJH gehörten und den Erfinder bis zu seinem neuen Ort begleitet hatten, hatten gekündigt, sind ausgestiegen und hatten sich gemeinsam mit Danielis in Indien niedergelassen.
Mit dem Geld, das die PJH gezahlt hatte, konnte Danielis sich eine kleine Rente erkaufen, einen Teil hatte er in Gold angelegt, dies hatte ihm ein Auskommen gesichert. So konnte Herr Danielis weiter erfinden, doch reich und berühmt ist er nie geworden! Danielis beschloss, gemeinsam mit den Mitgliedern seiner „Besatzung“ die GOA = Gemeinschaftliche Organisation Antikrieg zu gründen!
Eine Ethikkommission sollte geschaffen werden, zur Überwachung der Entwicklung technischer Geräte und deren Überprüfung auf mögliche Verwendbarkeit zu kriegerischen Zwecken. Doch die beiden Vorhaben gelangen nicht, das Geld reichte nicht aus für den Aufbau solcher Institutionen.
Herr Danielis arbeitete nun viel weniger und genoss dafür viel mehr das Leben, oft sass er abends am Strand von Goa und hatte meditiert - zur Heimat ist ihm Indien aber nie geworden, im Gegenteil, er hatte sich immer als Fremder gefühlt und die Aussicht auf den Strand hatte ihn oft sehr traurig gestimmt, sie erinnerte ihn an sein Heimatland, an das er wehmütig zurückdachte, nachdem er sich zuückgesehnt, doch als "toter" konnte er ja nicht nach Kreta zurückkehren!
Und was ist aus Buschidis geworden? Aus lauter Feigheit und vor Ärger über seine gescheiterte "Welt-friedensmission" ist er wieder ausgewandert. Ob er eines Tages nach Indien käme und auf den Erfinder träfe? -- Nein! -
Herr Danielis Düsenjettin ist schon bald darauf verstorben, und von Georgis Buschides hat man nie wieder gehört. Doch an dem Abend, als sie in Goa gestrandet und dort zu bleiben sich entschieden hatten, was taten sie dann?
Sie hatten die Friedenspfeife angezündet, die ein ehemaliger Lehrling des Dorftischlers, der später sein Leben in den Dienst der PJH stellte, sich auf der langen Reise geschnitzt hatte, und der nun ebenfalls in den Vorruhestand gehen wollte, um in Indien ein neues Leben zu beginnen, mit viel Ruhe, meditieren und etwas sozialer Arbeit.
An jenem Abend, an dem sie sich gemeinsam an den Strand von Goa gesetzt, wurde ein Liedchen angestimmt, im Chor hatten sie gesungen:
"NIE WIEDER KRIEG"!
Und nachdem sie die Friedenspfeife entzündet, hatte jeder davon drei Züge entnommen:
-
EINEN AUF love, -
-
EINEN AUF peace,
-
EINEN AUF happiness!
Mehr als 2000 Jahre danach hatten die Hippies die Idee und den Slogan kopiert!