Komet ISON
Posted by Hochstrasser Rene on 08/23/2013 01:42:00 AM | 0 Comments Blog, Natur
Der Komet ISON?
Kometen gehören zu den kleinen, aber dafür ungeheuer zahlreichen Mitgliedern unseres
Planetensystems. Im Unterschied zu den Asteroiden, die massive Felsblöcke oder, wie
man seit neuestem ziemlich sicher weiß, in einigen Fällen auch lockere Ansammlungen
von Gesteinsschutt sind, handelt es sich bei Kometen um "Schmutzige Schneebälle".

Gefrorene Gase und Wasser bilden einen mit Felsbrocken und Staub durchsetzten
Eisklumpen. Entstanden sind diese Gebilde zusammen mit dem übrigen
Sonnensystem. Seitdem, so nimmt man an, umkreisen wahrscheinlich Milliarden,
vielleicht auch Billionen von Ihnen die Sonne in mehr als einem halben Lichtjahr
Entfernung in der Oortschen Wolke. Bewiesen ist inzwischen die Existenz des Kuiper-
Gürtels, eines Schwarms eisiger Körper, die außerhalb der Neptunbahn kreisen. Durch
gravitative Störungen nahe vorbeiziehender Sterne, die Gezeiten der Milchstraße
(Oortsche Wolke) oder durch die großen Planeten (Kuiper Gürtel) wird ab und an ein
solcher Eisbrocken aus seiner Bahn gerissen und nimmt Kurs auf das innere
Planetensystem. Wenn er sich der Sonne nähert, erwärmt er sich und die gefrorenen
Gase sublimieren. Dadurch werden auch die mit Ihnen verbackenen festen Partikel
freigesetzt. Um den meist nur wenige Kilometer grossen Eisbrocken, den
Kometenkern bildet sich eine bis zu 100000 km und mehr durchmessende Wolke aus
Gas und Partikeln, die Koma. Durch den Sonnenwind werden Gasmoleküle und Staub
aus der Koma herausgerissen - der Kometenschweif bildet sich. Er kann eine Länge
von bis zu 100 Millionen Kilometern erreichen. Aus dem unscheinbaren "schmutzigen
Schneeball" ist eine imposante Himmelserscheinung geworden.
Eine ausführlichere Darstellung zum Aufbau von Kometen finden Sie unter Kometen.info.

Dennoch befindet sich selbst das Aphel seiner elliptischen Bahn noch weit innerhalb der Oortschen Wolke. (NASA)
Wenn er nicht in die Sonne stürzt, was durchaus vorkommt, entschwindet der Komet
nach seiner Galavorstellung wieder in die Fernen des Kuiper-Gürtels oder der
Oortschen Wolke, um erst nach Jahrhunderten, Jahrtausenden oder Jahrmillionen
zurückzukehren. Andere Kometen werden durch die gravitativen Einflüsse der grossen
Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun auf eine elliptische Bahn gezwungen, auf
der sie bereits nach wenigen Jahren oder Jahrzehnten wieder in Sonnennähe
gelangen. Das berühmteste Beispiel eines solchen kurzperiodischen Kometen ist der
Halleysche Komet. Dagegen ist Komet ISON, so zeigt es die Berechnung seiner Bahn,
ein langperiodischen Komet, dessen Umlaufzeit so lang ist, dass sie bislang nicht
einmal sicher bestimmt werden konnte. Ebenso bleibt offen, ob er uns erstmals einen
Besuch abstattet oder ob er bereits in ferner Vergangenheit - vielleicht lange vor der
Entstehung des Menschen - erschienen ist.
Entdeckung: 21.09.2012
Perihel: 28.11.2013, 0.01 AE
Erdnähe: 27.12.2013, 0.43 AE
Neigung der Bahn zur Erdbahn: 62 Grad
Umlaufszeit um die Sonne: unbekannt
Mit bloßem Auge sichtbar: etwa 10.11.2013 - 10.01.2014 (Prognose)
Max. Helligkeit: -6.0 mag (Prognose)
Max. Schweiflänge: 45° (Prognose)
WANN IST KOMET ISON SICHTBAR
In Teleskopen ist Komet ISON seit seiner Entdeckung am 21.09.2012 unter
Beobachtung. Mit dem bloßem Auge wird er erst ab etwa Mitte November 2013 zu
sehen sein - vorausgesetzt seine Helligkeitsentwicklung verläuft weiterhin so, wie es
die Fachleute erwarten. Gerade langperiodische Kometen verhalten sich oft nicht so,
wie vorhergesagt. Oder anders ausgedrückt: es gibt keine Formel oder Methode, mit
denen sich die zukünftige Helligkeitsentwicklung eines solchen Objektes sicher
prognostizieren lässt. Was zur Verfügung steht, sind umfangreiche Erfahrungswerte
aus hunderten von vergangenen Kometenerscheinungen. Und die deuten eben auf
eine etwa 8wöchige Sichtbarkeit mit dem bloßem Auge bis Mitte Januar 2014 hin ......
Eine wirklich auffällige Himmelserscheinung ist vor allem in den ersten 3 Wochen nach
der nächsten Annäherung von ISON an die Sonne zu erwarten, welche am 28.11.2013
stattfinden wird. An diesem Tag erreicht der Komet wahrscheinlich seine größte
Helligkeit (am Taghimmel neben der Sonne), während sein Schweif vermutlich etwa 1
Woche später seine maximale Länge erreicht. Dies liegt daran, dass während der
größten Sonnennähe besonders viel Staub freigesetzt wird, welcher sich in den Tagen
danach im Schweif ausbreitet. In der Folge nimmt die Staubproduktion wieder ab,
während der Komet sich zugleich von der Erde annähert. Der Schweif wird daher nach
Mitte Dezember nur allmählich kürzer und lichtschwächer werden. Allerdings wird der
fast volle Mond ab dem 14.12.13 mit seinem hellen Licht die Beobachtung für einige
Tage deutlich beeinträchtigen.
Ein anderer Aspekt ist die zeitweilig extreme Sonnennähe des Kometen. Zur Zeit seiner
größten Helligkeit ist er daher nur am Taghimmel oder horizontnah in der hellen
Dämmerung, nicht aber hoch am nachtdunklen Himmel zu sehen - eine Eigenschaft,
die er mit vielen, wenn nicht den meisten Großen Kometen der Vergangenheit teilt.
Allerdings wird die Situation bereits in den ersten Dezembertagen rasch besser, da
ISON fast senkrecht über der Sonne stehend rasch nach Norden gewandert ist und
bald schon vor Beginn der Morgendämmerung aufgeht. Ab der zweiten Monatsdekade
macht er sich auch abends nach Sonnenuntergang zunehmend bemerkbar, doch erst
kurz vor Weihnachten wird man ihn während der gesamten Nacht beobachten können.
Ab dem 19.12. fällt der Mond zunächst am Abend, eine Woche später auch am Morgen
als Störenfried weg. Am 27.12. erreicht ISON seine geringste Erddistanz; danach wird
er rasch lichtschwächer werden, sollte aber noch bis Mitte Januar 2014 mit bloßem
Auge zu beobachten sein.