Indien 2006 - Ab nach Goa
Posted by Hochstrasser Rene on 04/13/2008 05:57:29 PM | 0 Comments Blog, Reiseberichte
Pünktlich um 06:00 Uhr läutet as an unserer Tür und ein lächelnder Kellner steht mit dem gestern bestellten Frühstück davor. Na bumm! Das alles haben wir gestern Abend angekreuzt? Waren wir wohl ein wenig hungrig beim Bestellen. ¾ Stunde später haben wir ausgecheckt und sind am Weg zum Flughafen.
Wir verabschieden uns von unserem Fahrer Mr. Jogindar und wünschen ihm eine gute Heimreise. Der Arme fährt heute nach Delhi zurück (sind etwa 700 Kilometer über indische Strassen - ca. 10 Stunden Fahrt). Beim letzten Händedruck überreichen wir ihm ein Kuvert mit unserem Bakschisch. Sein Lächeln wird bei der Übergabe immer breiter.
Udaipurs Flughafen ist eher wunzig. Gut, dass unser Local Tourist Guide uns die meisten Formalitäten abnimmt, denn gut beschrieben ist hier fast nix (gerade mal die WCs lassen sich aufgrund der internationalen Pikotgramme leicht identifizieren). Nach einigen Gepäck-Scans und den mehrmaligen freundlichen Hinweisen „pro Person nur ein Handgepäck” - wir sind eh 2 Personen und „keine Salben, Kosmetika oder Flüssigkeiten an Board mitnehmen” warten wir nun am Gate, bis wir über die Rollbahn zu unserem Flieger gehen dürfen.
Der erste Teil unseres Fluges Udaipur - Mumbai (Bombai) verläuft planmäßig. Start 08:40 - Landung 10:20 Uhr. Währenddessen wird sogar Frühstück serviert. Der Flughafen in Mumbai ist zweigeteilt. Klar sind wir am „anderen” Terminal gelandet. Also wie kommt man da hinüber? Mit dem kleinen, kostenlosen Shuttlebus. Am Weg zu diesem versucht uns ein gewiefter Taxler sein Gefährt schmackhaft zu machen. Danke nein, keine Kurzbesichtigung der Stadt und auch kein privater Terminaltransfer. Wir nehmen lieber das kostenlose Flughafenservice in Anspruch.
Die Wartezeit - unser nächster Flug geht erst in 4 Stunden - verbringen wir in der Fughafenlounge von Jet Airways. Diese ist hell, geräumig, offeriert kostenlose Getränke und sogar ein paar kleine Snacks für den Gutsto zwischendurch. Aufgerufen werden die Flüge auch. Keine Ahnung ob wir die Berechtigung haben, hier sein zu dürfen - wir verhalten uns leise und warten, dass die Zeit vergeht.
Auch unser 2. Flug von Mumbai (Bombai) nach Goa verläuft planmäßig. Start 14:35 - Landung 15:35 Uhr. Dieser Flug ist angenehm kurz und dauert nur 1 Stunde. Wieder wird uns Essen serviert, welches wir diesmal dankend ablehnen.
Bei der Landung in Goa schüttet es wie aus Schaffeln. Ist das ein ausklingender Monsun? Wir sind beide etwas verunsichert. Fein, dass unsere beiden Koffer als eine der ersten am Förderband liegen. Na dann lass uns unseren Local Representative suchen.
Dieser steht mit strahlendem Lächeln in vorderster Reihe und hält ein Schild mit unserem Namen in die Höhe. Super! Weniger strahlend ist das Auto, das uns abhohlt. Der alte Van hat - wie von uns extra bezahlt - eine Klimaanlage, aber damit hören sich die Annehmlichkeiten auch schon wieder auf. Schade, wir haben gehofft etwas nobler im Leela Goa Hotel anzukommen.
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eines der beiden Bäder |
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Die Fahrt zum Hotel dauert knapp 40 Minuten. Hier sind fast alle Geschäfte geschlossen - eigentlich kein Wunder, denn es schüttet unaufhörlich. Wer soll denn da einkaufen gehen? Aber so geschlossene Rollläden sind irgenwie nicht besonders einladend. Wir sprechen uns gegenseitig Mut zu.
Ankunft im Leela Goa Hotel: Der Eingangshallenweg spielt alle Stücke, groß, breit, einfach enorm. Nach den üblichen Formalitäten und dem Willkommensdrink in Form einer Kokosnuss (schmeckt köstlich), geht es voller Vorfreude zu unserer Bleibe. Gehen ist falsch, wir werden mit einem kleine Elektrowagerln zur Lagoon Suite schoffiert. Einzig dieser prasselnde Monsunregen stört die Idylle.
Die Suite ist geräumig aber etwas kühl eingerichtet. Irgendwie sind wir enttäuscht. Das klingt jetzt sicher überheblich, aber im Vergleich zum Anantara Royal Coco Palm auf Khao Lak sieht es hier (trotz deutlich höherem Preis) nur halb so schön aus. Zum Überdruss findet Karin auch noch fremde Haare in der Badewanne. Also das gehört sich wahrlich nicht für ein ordentliches 5-Sterne Hotel.
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The Leela Goa Hotel |
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Alexander will das 2. Bad benutzen (ja, zu einer Lagoon Suite gehören 2 Badezimmer) als er zurück schreckt. Das Dach hält dem starken Monsunregen nicht stand und so plätschert Wasser durch die Schlitze der Klimaanlage auf das WC.
Wir sind ganz und gar nicht amused. Karin schildert am Telefon der Dame vom Housekeeping unser Problem mit dem Wassereinbruch. Man schickt gleich jemanden vorbei.
1 Stunde später ist immer noch niemand bei uns, der den Schaden repariert oder zumindest begutachtet. Also wieder zum Telefon. Diesmal ist jemand anderer am anderen Ende und Karin erklärt unser Problem ein zweites Mal. Also mit so einem Service jubelt man sich nicht in unser Herz.
Ding-dong - ein Mechaniker seht mit Rohrzange und Schraubenschlüssel bewaffnet vor der Tür. Alexander geleitet ihn ins Bad, wo dieser sich unter das Handwaschbacken schwingen will. Stopp guter Mann, hier tropft nicht ein Wasserhahn, hier rinnt das Wasser durch die Decke. Da oben ist das Problem!
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The Leela Goa Hotel |
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Etwas erstaunt schaut er auf die Decke und verschwindet wieder. Ein paar Minuten später steht er wieder im Bad und meldet „Problem solved” nimmt sogleich ein paar unserer Handtücher und wischt notdürftig das Wasser am Boden zusammen. Als er sich sehr kurze Zeit später mit ein paar schmutzigen Handtüchern aus dem Staub machen will, ist Karin schneller und blickt kurz ins Bad. Vielleicht empfindet er dieses Chaos als aufgeräumt - wir aber nicht. Karin gibt ihm auf seinen Weg noch die Botschaft „Please send someone to clean up the bathroom” mit.
Erbost über so wenig Problembewustsein wandern wir etwas gereizt vom Wohn- ins Schlafzimmer und wieder retour. Da stimmt doch was nicht - beide Klimaanlagen sind gleich aufgedreht und hier im Wohnzimmer ist es viel wärmer. Alexander hält die Hand vor die Schlitze - hier bläst nix. Uns reicht es jetzt. Monsun in Ehren, aber werden hier die Zimmer nicht kontrolliert bevor sie den neuen Gästen übergeben werden?
Ab zur Rezeption - wir wollen ein anderes Zimmer. An dieser ist man nach unserer höflichen aber bestimmten Schilderung der Vorkommnisse sichtlich um Schadensbegrenzung bemüht. Dieser Mann war eindeutig schon mal auf einen Deeskalationskurs. Er nickt betroffen bei jedem unserer Probleme und bittet uns am Ende kurz Platz zu nehmen, damit er ein neues Zimmer für uns findet.
Das mit dem neuen Zimmer dauert doch etwas länger (haben die hier nur kaputte oder schmutzige Zimmer) und so gehen wir zuerst Abendessen. Heute Abend soll es nur eine Kleinigkeit sein und daher wählen wir das Restaurant „The Café”.
Artig bleiben wir an der Tür stehen und werden von einer Inderin empfangen. Einen Tisch für 2 Personen bitte. Sie führt uns zu einem Katzentischerl gleich im Durchgang neben dem Buffet. Karin verneint und bittet um einen anderen Tisch. Da der einzig andere Zweiertisch bereits reserviert ist, erhalten wir einen 4-er Tisch.
Bitte wo sind wir jetzt? Ist das ein Kindergeburtstag? Einige - wir haben sie nicht gezählt, aber mehr als 10 waren es sicher - Kleinkinder laufen kreuz und quer um die Wette oder schlagen mit Begeisterung die Deckel der Thermobehälter am Buffet zu. Na ist das lustig, wenn es so richtig scheppert und kracht. Hilfe, wir haben geglaubt in einem oder sogar dem besten Hotel in Goa zu logieren.
Unsere bestellten Speisen - wir haben keinen Gusto uns beim Buffett mit den lieben Kleinen zu matchen - schmecken sehr gut. Fein, wenigstens hier stimmt die Sternezahl des Hotels. Im Laufe des Abends erhalten wir noch Besuch eines Kartenzauberers und 2er als Mexikaner verkleideter Musikanten an unserem Tisch. Letztere wollen uns gerne ein Ständchen bringen. Alle Künster verstehen ihr Handwek, aber zu einem 5-Sterne Hotel passen sie nicht ganz.
Nach dem Essen melden wir uns wieder an der Rezeption und erfahren, dass das neue Zimmer soeben fertig ist und unsere Koffer gerade hingebracht werden. Der Zimmerschlüssel sei auch bereits dort. Wieder bringt uns ein kleines Elektrowagerl zur Suite. Der Fahrer erkundigt sich noch, ob wir denn die Gäste sind, die das Zimmer wechseln wollten. Oops, sind wir so aufgefallen?
Bei unserer Ankunft im neuen Zimmer wird diese noch fleissig gereinigt. gleichzeitig erklärt man uns, dass dies die schönste Suite in der gesamten Anlage ist, denn vom Balkon aus kann man sowohl auf die Lagune wie auch aufs Meer sehen - wenn es nicht in Strömen regnen würde. Mit den Worten „If you don't like this room, you like no room here.” verabschiedet man sich von uns.
Wieder alleine betrachten wir die Suite eingehend. Wirklich wahr, beide Badezimmer sind sauber und „haarfrei”. Beide Klimaanlagen tun ihren Dienst und sogar die Einrichtung wirkt ein klein wenig gediegener. Den Blick aufs Meer werden wir vielleicht morgen genießen können, wenn es aufgehört hat zu regnen. Hoffentlich! Genug für heute - gute Nacht.