Hilfe beim Entzug

Ibogain wurde erstmals 1901 aus der Wurzelrinde der Tabernanthe iboga extrahiert. Es wirkt in geringen Dosen stimulierend. Höhere Dosierungen lösen Visionen aus, das heißt bei geschlossenen Augen werden in einer Art traumähnlichem Erleben schnelle Abfolgen von Bildern und Filmen gesehen, oft mit intensivem emotionalem und auch religiös-mystischem Empfinden. Halluzinationen bei geöffneten Augen treten kaum auf. Die eigentliche Wirkung hält zwischen acht und zwölf Stunden an. Es wird aber auch berichtet, dass noch nach 36 Stunden eine Wirkung zu verspüren war. Seit Mitte der 1980er Jahre bieten Selbsthilfeorganisationen, Ärzte und Privatleute den Heroinentzug mit Ibogain an, sowohl in klinischer wie auch in privater Umgebung.



Während Ibogain in den meisten Ländern zwar nicht als Medikament zugelassen, aber auch nicht illegal ist, hat sich in den USA aufgrund des dortigen Verbots eine Untergrundbewegung gebildet. Ibogain wird in der Partyszene eigentlich gar nicht benutzt, dennoch ist es uns wichtig darüber zu berichten, da Ibogain in der letzten Zeit beim Drogenentzug an Bedeutung gewinnt. Der Heroinentzug mit Iboga ist innerhalb von einem Tag zu meistern und läuft ohne gesundheitliche Risiken ab. Man wundert sich natürlich, dass die Pharmakonzerne Ibogain nicht längst auf den Markt gebracht haben, dies liegt aber daran, dass mit diesem Stoff kein Geld zu verdienen ist, da er anders als Methadon nur kurz gebraucht wird. Außerdem ist natürlich der Kundenkreis der Drogenabhängigen kein zahlungskräftiges Klientel.

Die Pharmaindustrie beschränkt sich darauf, das Patent für das Entzugsmedikament zu besitzen ohne es ins Zulassungsverfahren zu bringen. Im September ist die Dokumentation »Ibogaine - rite of the passage« beim Filmfestival in Utrecht vorgestellt worden. Ben De Loen von der niederländischen Firma LunArt Productions hat den Film zusammen mit Triomf Productions hergestellt. »Ibogaine« beschreibt in Interviews und Originalaufnahmen die beeindruckende Wirkung sowohl bei der rituellen Nutzung als auch beim Drogenentzug.

Ibogain ist natürlich kein Wundermittel. Um dauerhaft drogenfrei zu leben, ist außer dem körperlichen Entzug eine umfangreiche Vor- und Nachbehandlung notwendig, um die psychische Abhängigkeit zu überwinden. Es hat sich jedoch deutlich gezeigt, dass die Heroingier sowohl körperlich als auch psychisch mittelfristig überwunden ist. Die führenden Zentren bei der legalen Entgiftugsbehandlung mit Ibogain sind zur Zeit das Iboga Therapy House in Vancouver, die Ibogaine Association Mexico und Sara's House in Amsterdam. Wenn jemand Informationen oder Kontakt zu diesen Einrichtungen braucht, kann er sich (auch anonym) gerne an wenden. Wer den Film erwerben möchte, wendet sich am besten an oder , dort gibt es zudem einen Trailer und umfangreiche Infos. Die Webseiten sind leider nur in Englisch verfügbar, der Film hat deutschen Untertitel und dauert etwa 50 Minuten. Frank Sonic