Himmelserscheinungen im Juni 2013
Posted by Hochstrasser Rene on 06/07/2013 12:31:04 AM | 0 Comments Blog, Natur
scheinbaren jährlichen Bahn; auf der Nordhalbkugel der Erde beginnt der
Sommer.

Die Sonne erscheint in Zürich am 1. und am 30. um 5.34 Uhr und am 21. um 5.30
Uhr. Ihren Abschied gibt sie am 1. um 21.12 Uhr und am 21. und 30. um 21.24
Uhr. Als Folge der nur wenig ändernden Zeitgleichung sind die Auf- und
Untergangszeiten der Sonne im Vergleich zum längsten Tag des Jahres
geringfügig verschoben. In Zürich erfolgt der früheste Sonnenaufgang am 16. und
der späteste Sonnenuntergang am 25. des Monats. Neumond und nördlichste
Lage des Mondes sind am 8., erstes Viertel am 16., südlichste Lage am 22.,
Vollmond am 23. und letztes Viertel am 3.
Während der ersten drei Wochen kann der Merkur am Abendhimmel aufgesucht
werden. Er geht am 1. um 6.42 Uhr, am 15. um 6.17 Uhr und am 30. um 6.57 Uhr
auf und am 1. um 23.01 Uhr, am 15. um 23.02 Uhr und am 30. um 21.53 Uhr
unter. Die Venus ist Abendstern und erscheint am 1. um 6.34 Uhr und am 30. um
7.31 Uhr, und sie verabschiedet sich am 1. um 22.38 Uhr und am 30. um 22.57
Uhr. Im Sternbild Stier steigt der Mars am 1. um 5.00 Uhr und am 30. um 4.15 Uhr
über den Osthorizont und verschwindet unter den Westhorizont am 1. um 20.18
Uhr und am 30. um 20.08 Uhr.
Im Sternbild Stier kommt der Jupiter am 18. in Konjunktion zur Sonne und ist den
ganzen Monat unsichtbar. Sein Aufgang erfolgt am 1. um 6.27 Uhr und am 30. um
5.00 Uhr, und der Untergang wird sich am 1. um 22.14 Uhr und am 30. um 20.49
Uhr ereignen. Der Saturn kann frühestens am 1. ab 17.46 Uhr und am 30. ab
15.48 Uhr bis zu seinem Untergang, der am 1. um 4.19 Uhr und am 30. um 1.17
erfolgt, beobachtet werden. Zu früher Morgenstunde wird auch der Uranus
beobachtbar. Er geht am 1. um 3.10 Uhr und am 30. um 1.17 Uhr auf und
verschwindet am 1. um 15.49 Uhr und am 30. um 13.59 Uhr.
Nur wenige Meteorströme
Neptun, der mit einem Äquatordurchmesser von 49 530 km nur wenig kleiner ist
als der Uranus, geht am 1. um 1.59 Uhr und am 30. um 24.00 Uhr auf und am 1.
um 12.33 Uhr und am 30. um 10.38 Uhr unter. Abgesehen von Sternschnuppen,
die keinem Meteorstrom zugeordnet werden können, ist der Monat Juni arm an
sehenswerten Meteoriten. Von den langsamen und wenigen Meteoren des
Scorpius-Sagittarius-Stroms wird das zweite Maximum am 14. des Monats
erwartet. Mit einzelnen Meteoren ist er den ganzen Monat aktiv.
Von den Tau-Herkuliden wurde das Maximum für den 3. des Monats berechnet.
Um den 8. tauchen die Libriden auf. Ein Höhepunkt dieses schwachen
Meteorstroms konnte noch nicht festgestellt werden. Die Corviden, die von 25.
Juni bis zum 1. Juli zu sehen sind, erreichen am 27. Juni mit wenigen
Sternschnuppen ihren Höhepunkt. Von den Juni-Bootiden, die vom 22. Juni bis
zum 2. Juli erscheinen, konnte wegen der unterschiedlichen Zahl an
Sternschnuppen ein vorläufiger Höchstwert auf den 27. Juni festgelegt werden.
Auf der Erde und auch in unserem Sonnensystem halten wir uns an das
metrische System. Der Mond ist nicht ganz 400 000 Kilometer oder etwas mehr
als eine Lichtsekunde von uns entfernt, und die Distanz zur Sonne beträgt rund
150 000 000 Kilometer oder gut 8 Lichtminuten. Würden wir für die Fixsterne und
Galaxien auch das metrische System anwenden, würde das zu riesigen Zahlen
führen. Um in der populären astronomischen Literatur grosse Zahlen zu
vermeiden, hat man für Entfernungsangaben das Lichtjahr gewählt. Ein Lichtjahr
ist die Strecke, die ein Lichtsignal in einem Jahr zurücklegt. Im Vakuum des Alls
beträgt die Lichtgeschwindigkeit 299 792,458 km/s, diese Strecke entspricht etwa
dem siebeneinhalbfachen Erdumfang.
Proxima Zentauri, der nächste Fixstern und Begleitstern von Alpha Centaurus, ist
4,26 Lichtjahre oder ungefähr 40 Billionen Kilometer von der Sonne entfernt. Der
Andromeda-Nebel M31 im Sternbild Andromeda ist das uns am nächsten
stehende Sternsystem. M31 ist rund 1,5 Millionen Lichtjahre vom Sonnensystem
entfernt. Für die Distanz zu den am weitesten entfernten Galaxien braucht ein
Lichtsignal mehrere Milliarden Jahre. Olaf Römer (1644–1710) konnte erstmals
die Lichtgeschwindigkeit aus der ungleichmässigen Folge der
Verfinsterungszeiten von Jupiters vier galileischen Monden bestimmen.
Der Sternenhimmel
Im Norden sehen wir die Sternbilder Kleiner Bär, Cepheus, Cassiopeia und
Giraffe. Den Osthorizont nehmen die Sternbilder Adler, Delphin, Pfeil, Fuchs,
Schwan, Leier und Herkules ein. Über dem südlichen Horizont sind Waage,
Jungfrau, Haar der Berenice, Becher und Rabe sichtbar. Ausser diesen
Sternbildern erkennen wir einzelne Sterne von Wasserschlange, Skorpion,
Schlange, Schlangenträger, Krone und Bootes.
Im Westen sind nur die Bilder des Kleinen Löwen, Krebs und Löwen
vollumfänglich sichtbar. Um diese Bilder entdecken wir auch einzelne Sterne der
Sternbilder Grosser Bär, Luchs, Zwillinge und Wasserschlange. Im Zenit ist einzig
das Sternbild der Jagdhunde vollständig anwesend. Die Milchstrasse ist vom
Nordnordwestpunkt über den Nordpunkt bis zum Südosthorizont sichtbar. Im Juli
wird auch das Zentrum unserer Milchstrasse sichtbar sein, wo sich nach heutiger
Kenntnis ein riesiges schwarzes Loch befindet, dessen Gravitation verhindert,
dass Lichtsignale nach draussen dringen, und das deshalb nicht sichtbar ist.
Author: Arnold von Rotz
Quelle: NZZ (29.5.2013)