Goa * Psytrance
Posted by Hochstrasser Rene on 09/15/2013 03:37:49 AM | 0 Comments Blog, Genres
Goa
Goa – oder auch Psytrance oder Goatrance – ist ein Subgenre des Trance und, was seine Entstehung angeht, einzigartig. Eigentlich ist es mehr als eine Musikrichtung. Es ist – eine Lebenshaltung. Es ist das Paradies und zwar das eines Hippies, der a) zu viele Drogen genommen hat, b) zu lange in der Sonne gesessen hat und c) sich das leisten kann, weil er mit Neonfarben Millionen verdient.

Goa Geografie
Diejenigen, die sich noch heute streiten, warum es mit den Beatles bergab gegangen ist, spalten sich in zwei Fraktionen. In jene, die sagen, es sei Yoko Onos Werk und die anderen, die behaupten, George Harrisons Indienmanie sei maßgeblich dafür verantwortlich. In den 60er Jahren zieht Indien, speziell der Bundesstaat Goa, Hippies aus Europa und Nordamerika magisch an. Eine ganze Generation hoffnungsvoller Jungakademiker verliert sich hier in Meditationen bzw. entschuldigt seine Abwesenheit mit der Behauptung, dringend eine Runde „meditieren“ zu müssen. Ein guter Teil rettet sich in Goa über die Zeit, in der die daheimgebliebenen Kollegen die Zöpfe abschneiden, Schlipse knoten und Staatsgeschäfte übernehmen. Sie schaffen eine Infrastruktur, die Goa den Status eines beliebten, etwas speziellen Reisezieles bewahrt.
Über den Tourismus (eine recht heterogene Masse von Rucksacktouristen, Aussteigern und Jetsettern) entwickelt sich in den folgenden Jahrzehnten ein reger kultureller Austausch. Am Ende einer langen Kette von Musikimporten (z.B. Psychedelic Rock, Reggae) erreicht Ende der 80er Jahre Elektro die indische Westküste. DJ Goa Gil aus Kalifornien, bereits seit den 70ern in Indien, mixt die Grundlage des Goa Trance aus psychedelischen Klängen, neuen elektronischen Möglichkeiten und traditionellen indischen Instrumenten.
Wie das halt ist, die Urlauber fahren wieder nach Hause, packen daheim mit ihren Mitbringseln das Fernweh aus und ab den frühen 90ern entsteht in Europa, vor allem in Deutschland und in Israel eine Goa-Szene mit Goa-Parties. Und in Finnland entsteht sogar ein eigenes Subgenre (Suomisaundi) – es ist immer wieder erstaunlich, was in Finnland einschlägt. Ab diesem Zeitpunkt ist Goa primär ein europäisches Phänomen.
Goa Galaxie
In Europa entsteht Anfang der 90er Trance. Goa-Parties dauern in der Regel mehrere Tage, viel Zeit für die DJs, zu experimentieren. Goa hat eine Chillout-Note, kann aber auch mit Breakbeats angefüttert werden. Im Laufe der 90er Jahre festigt sich eine Tendenz: man spricht von Psytrance.
Goa Geräte
Der Stil behält seine Offenheit in der Regel. Natürlich gibt es Dogmatiker, die genau wissen, wie die Grenzen zu ziehen sind, sollen sie auch. Es handelt sich um Trance, allerdings eine dynamischere Variante, es wird gerne mit Samples (zum Beispiel aus Science-Fiction-Filmen) gespielt und Triphop-, Acid-Elemente und Weltmusik-Samples gibt es auch.
Goa Götter
Vergleichsweise spät werden Sampler mit Goa- bzw. Psytrance herausgebracht. Und auf einer Goa-Party schaut man in der Regel nicht, wer hinter den Plattenspielern steht. Viele der aktuelleren Produktionen kommen aus England und Israel.
Goa Gegenwart und Zukunft
Goa-Parties werden inzwischen weltweit und zwar an den unglaublichsten Orten abgehalten. Wer Goa hören will, sollte sich einen Rucksack mit Käsebroten füllen und hinfahren und danach entscheiden, ob er die Musik auch zuhause hören möchte.
Quelle: http://www.elixic.de