Das menschliche Gehirn und die Sucht nach Musik


„Unterschreiben sie hier!“ Fünf Studentinnen und fünf Studenten der McGill-Universität fackelten nicht lange und gaben im kanadischen Montreal ihr Einverständnis.

Anschließend wurden sie schön der Reihe nach in die Röhre eines Positronen- Emissions- Tomographen, kurz PET genannt, geschoben. Diese Maschine ist in der Lage, dem menschlichen Gehirn bei seiner Arbeit zuzuschauen.

Alle zehn ProbandInnen hatten zuvor Musikstücke ausgewählt, die ihnen einen Schauer den Rücken hinunterjagen und dabei Gänsehaut erzeugen. Davon wurden ihnen nun die geilsten 90 Sekunden vorgespielt während Herzfrequenz, Atemtiefe und Hauttemperatur gemessen wurden und gleichzeitig der PET Veränderungen in der Durchblutung verschiedener Hirnareale farbcodiert auf einen Bildschirm zauberte. Weltspitzentechnologie!




Die beiden Forscher Anne Blood und Robert
Zatorre staunten nicht schlecht als sie
feststellten, dass just in den Momenten, in
denen es den Freaks in der Röhre kalt den
Rücken hinunterlief, nicht nur Herzfrequenz,
Atemtiefe und andere Bioparameter verrückt
spielten, sondern auch genau die
Belohnungssysteme im Gehirn vermehrt mit
Blut durchströmt wurden, die auch durch
natürliche Stimuli wie Sex und Essen oder
künstlich durch Substanzen wie Kokain
angekurbelt werden. Dies ist – laut der
Forschungsgruppe - deshalb erstaunlich,
weil Musik weder in der Evolution einen
offensichtlichen Überlebensvorteil bietet,
noch eine künstliche pharmakologische
Substanz ist. Tja, unsere Gehirne sind die
reinsten Junkies, ständig auf der Suche nach dem nächsten Kick.





Quelle: Mushroom online