Der Gehalt an Insektiziden in gentechnisch veränderten Maispflanzen des US-Konzerns Monsanto schwankt erheblich. Da derzeit keine ausreichenden Daten über Ausmaß und Ursache der Schwankungen vorliegen, ist eine wissenschaftlich fundierte Risikobewertung unmöglich. Dies ist das - nach mehr als zehn Jahren kommerziellem Anbau - sowohl überraschende aber auch Besorgnis erregende Ergebnis einer Untersuchung, die Anfang April 2008 auf einem wissenschaftlichen Kongress zu den Folgen des großflächigen Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen in Bremen präsentiert wurde.


Nach Darstellung von Antje Lorch und Christoph Then, die dem Vorstand bzw. dem Beirat des Gen-ethischen Netzwerks (Berlin) angehören, führen nicht nur schwankende Temperaturen und unterschiedliche Düngergaben, sondern zum Beispiel auch der Einsatz von Spritzmitteln zu Schwankungen des Gehaltes von Insektengift in dem gentechnisch veränderten Mais.

Die Bekanntheit des Gehaltes an Insektiziden ist aber für eine Abschätzung der Risiken, die mit dem Anbau des so genannten MON810-Mais verbunden sein können, unabdingbar. Christoph Then, der die Ergebnisse in Bremen vorstellte. Besonders auffällig ist jedenfalls“, so Then, „dass viele der gemessenen Werte nicht mit denen aus den Antragsunterlagen der Firma Monsanto übereinstimmen“. Lorch und Then haben eine Reihe von wissenschaftlichen Publikationen zum Toxin-Gehalt von MON810 ausgewertet und betonen, dass der Mais „weitgehend unerwartet“ auf Umwelteinflüsse reagiere.

„Es ist kein Zufall, dass der Mais in sechs Ländern der Europäischen Union verboten ist“, sagt Christof Potthof, Mitarbeiter des Gen-ethischen Netzwerks, und formuliert die politische Forderung: „Auch Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer muss den Bt-Mais verbieten! Erst in der vergangenen Woche hat auch die Regierung von Rumänien den Anbau von MON810 untersagt und ist damit den Beispielen Frankreichs, Ungarns, Österreichs, Griechenlands und Polens gefolgt.“


09.04.2008