Irgendwann zwischen Samstagabend und Sonntagnachmittag soll es passieren: Dann wird der ausrangierte "Rosat"-Satellit abstürzen - womöglich über Deutschland. Die Risiken für Menschen dabei sind überschaubar, nur einziges schweres Trümmerteil könnte größeren Schaden anrichten.

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Köln - Dass er kommt, wurde schon seit über einem halben Jahr befürchtet. Jetzt gibt es einen konkreten Termin: Der ausrangierte deutsche Satellit "Rosat"wird voraussichtlich irgendwann zwischen 20.00 Uhr am Samstag und 14.00 Uhr am Sonntag mitteleuropäische Sommerzeit in die Erdatmosphäre eintreten. Das teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am späten Freitagabend auf seiner Website mit.

Der Röntgensatellit "Rosat" war gut 20 Jahre im All. Wann genau er seinen Dienst für die Wissenschaft beenden und die Erdatmosphäre eintreten würde, ließ sich bislang nur vage berechnen - Flugbahn und Eintrittstermin hängen stark von der Sonnenaktivität ab. Erst Stunden vor dem Aufprall haben die Forscher genügend Daten, um einen genaueren Zeitpunkt zu bestimmen. Dies scheint nun der Fall zu sein.

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Beim Eintritt in die Atmosphäre wird der Satellit zum Teil verglühen, bis zu 30 Trümmerteile werden aber auf der Erdoberfläche aufschlagen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland getroffen wird, liegt den Angaben nach bei 1:580. Größere Gefahren für Menschen bedeutet das aber nicht: Die Wahrscheinlichkeit, dass hierzulande ein Mensch zu Schaden kommt bei 1:700.000.

Das größte Risiko stellt offenbar der Spiegel des Röntgenteleskops dar, einem sehr hitzebeständigen Fragment, das beim Eintritt in die Atmosphäre wohl nicht verglühen wird. Wenn dieses Teil mit einem Gewicht von bis zu 1,6 Tonnen auf die Erdoberfläche aufschlagen sollte, würde sich ein Krater von mehreren Metern Durchmesser bilden. Die anderen "Rosat"-Reststücke sind wesentlich kleiner.

Quelle: Spiegel

hpi/dapd