Deep House


Deep steht für die ruhigeren, und was die Töne angeht, häufig tieferen Klänge der elektronischen Musik. Damit ist auch Deep House recht gut erklärt. Da es sich gleichzeitig um eine wichtige Epoche in der Entwicklung des House handelt, reicht das jedoch nicht.



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Deep House Geografie

Deep House entsteht Ende der 80er Jahre im Spannungsfeld der nordamerikanischen Elektromusikmetropolen Chicago, Detroit und New York, findet jedoch auch in Europa schnell viele Freunde. Und zwar so viele Freunde, dass es bei einigen von ihnen bis heute ein Synonym für das gesamte Genre House ist. Und wo wiederum etwas zum Begriff für den ganzen Laden wird, ist die begriffliche Umschreibung ungemein komliziert.


Deep House Galaxie

Am Anfang steht Larry Heard (Mr. Fingers) mit seinen Fingers Inc. Vocals werden eingebunden, ruhigere Töne angeschlagen. Während in Detroit dem Techno der Weg bereitet wird, nimmt House Soul in sich auf, ebenso Jazz-Elemente. Selbst Lounge-Musik wird mitunter als Deep House bezeichnet, Ambient fließt in die Arbeiten ein. Tyree legt mit Nighttime 1989 nach und Fast Eddie mit Can U Still Dance. Deep House ist auch Wegbereiter für Weiterentwicklungen des House. 1991 kreiert Nervous Records Jazz House – die Sache wäre vermutlich auch als etwas komischer Deep House durchgegangen.


Deep House Geräte

Die Richtgeschwindigkeit beträgt etwa 120 Beats pro Minute. Das ist vergleichsweise langsam. Die Leute sollen hier nicht über aufwühlende Drumeinsätze gepackt werden, sondern bei ihren Emotionen. Atmosphäre, satte Basslinien – und Filter und Delays sorgen dafür, dass eure Mutter sich trotzdem nicht wohl fühlen wird. Der Drumcomputer TR-707 ist für viele der charakteristischen Piano- und Percussion-Elemente des House verantwortlich. Masters At Work arbeiten sogar mit richtigen Musikern und richtigen Instrumenten zusammen, wenn sie House mit Latin- und Jazzelementen versehen.


Deep House Götter

Ja, Mr. Fingers. Theo Parrish ist noch ein ganz wichtiger. Der mischt allerdings überall mit. Fast Eddie kommt vom Acid House und entwickelt Hip House. Einen ähnlichen Weg geht Tyree Cooper. Ein wichtiger Name in Chicago ist außerdem Frankie Knuckles. Der heimst für seine Arbeit als Remixer 1997 sogar einen Grammy ein. Als Bastler und Wegbereiter tritt Marshall Jefferson hervor. Son Dexter, Ziehkind Mr. Fingers ist eins der Geheimnisse des Deep House. Moodyman steht für die Flatrate nach Detroit und hat (ein Cineast) B-Movie-Samples in seine Musik eingebaut. Mark Farina darf nicht fehlen, Kenny 'Dope' Gonzales sowieso nicht. Aaaach –warum eigentlich nicht? Für Deutschland sind beispielsweise der Leipziger Gamma 3000 und Phonique zu nennen.


Deep House Gegenwart und Zukunft

Klar, auch Deep House hat durch den boomenden Hiphop einen schweren Stand in seiner Heimat. Wozu gibt es Europa? Und nicht nur dort….Miguel Migs tragen den Deep House in Kalifornien ins neue Jahrtausend, Jersey Street halten mit Deep House auch gleich noch die Fahnen des Soul, des Funk und des Jazz in England hoch. Latrice Narnett bastelt an der Schnittstelle zum R&B – und der DJ und Produzent Kaskade ist sogar regelmäßig in den Billboard Charts vertreten.

Was ganz, ganz wichtig ist: die genannten Künstler machen unter anderem Deep House. Niemand probiert es nicht regelmäßig auch mal woanders. Und das ist gut so.

Quelle: http://www.elixic.de