DDR-Ministerium für Goakultur
Posted by Hochstrasser Rene on 04/06/2010 11:21:57 AM | 0 Comments Blog, Lustiges
Runde Geburtstage und zwei Jubiläen - mit toten Jubilaren
Bald 1 Jahr Mitgliedschaft, 10 Jahre Goabase, die Loveparade wäre 20 geworden und was würde dieses Jahr ihr 60. Bestehen feiern? Richtig, die DDR - die es ja tatsächlich einmal gegeben hat, die Demogoakratische Deutsche DJ-Republik, die 1990 in die übrige Partyrepublik Deutschland wieder eingegliedert worden ist. Damals regierte Cowboy Hellmut Blumenkohl-Rabbi die PRD und Oberindianer Häuptling Erik Hohn-Eckr die DDR!Die Technomusik ist ebenfalls in der DDR entstanden - und technogoakratisch betrachtet war ganz Berlin Hauptstadt der DDR - im Wildwesten wurde die Loveparade erfunden, das grösste Kaufhaus ganz Europas, stand ebenfalls in Westberlin und hiess Ka-de-Te = Kaufhaus des Techno! Die Hauptstadt Ostberlin, wurde von der SED = Soziale Elektropartei Deutscher DJ's regiert.
Dass Oberindianer Old Honny ein Tekknofreak der ersten Stunde war, das zeigte sich schon 1984, wenn Honey das auch nicht gerne zugab - nur Rocker Udo Lindenburgh wurde das damals bewusst, als dieser auf Staatsbesuch in die DDR wollte und sich dann in seinem Song über Honnie beschwert hatte, warum man ihn im Staate der DJ's, Fabrikarbeiter und Landwirte nicht singen lasse - Udo beschimpfte die "Schlageraffen" die das tun dürften, er aber nicht - erinnert Ihr Euch?
Der wahre Grund aber war ein ganz anderer, jener Erick Hohn-Eckr verweigerte Udo Lindenburgh die Einreise, und das nicht nur, weil dieser auf einem Sonderzug nach Pankow bestanden hatte - nein, erinnert Ihr Euch? Udo Lindenburgh hatte Herrn Oberindianer Hohn-Eckr eine Lederjacke geschickt, dieser hat die Jacke postwendend an den Herrn Lindenburgh retourniert:
"ICH BIN DOCH KEIN ROCKER!!" - hatte Old Honeyman sich entrüstet - "ICH BIN EIN TEKKNORAVER!" - ..........
Damit hatte ich Euch schon fast den Schluss der Geschichte verraten, ich sollte nicht vorgreifen, also lasst mich diese von Anfang an erzählen:
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Wie wir ja bereits wissen, Deutschland war zwischen 1949 und bis 1989 ein geteilter Staat, man sprach politisch von zwei deutschen Teilstaaten, vom kommerziellen Wilden Westen (PRD=Partyrepublik Deutscher DJ's), zu dem ebenfalls der geografische Süden und Norden gehörte, und vom alternativen Sozialstaat des Ostens, der DDR, das war die Demogoakratische-Deutsche-DJ-Republik, der Wilde Westen wurde damals von Herrn Cowboy Hellmut Kohlrabe regiert, und in den Provinzen (genannt Bundesländern) hatten seine Sheriffs für Ruhe, Recht und Ordnung gesorgt, während im alternativen Osten Indianer-Ober-Häuptling aller Stämme, Medizinmann, Führer der Indianer- und DJ-Gewerkschaft und Chef der regierenden Partei SED=Soziale Elektropartei Deutschlands in Personalunion, das Szepter führte. Wie heute wieder waren die beiden deutschen Staaten waren bereits früher einmal geeint, doch dann wurde ihre Hauptstadt Berlin im Krieg erobert durch Amerikaner, Franzosen, Engländer und Russen, und nur der von den russischen Eroberern besetzte Teil wurde als Hauptstadt der DDR angesehen, - die DDR, das war die Prärie des Ostens von Deutschland, da wo nach dem 2. Weltkrieg noch die letzten Indianer lebten. Diese waren schon damals längstens keine wilden Jäger und Sammler mehr, gleich nach dem Krieg sind sie gezwungenermassen für kurze Zeit wieder zu dem geworden, weil dieser ihnen die Infrastruktur, die sie damals bereits besassen, geraubt hatte, doch dann hatten die Deutschen im Osten ihren eigenen deutsch-indianischen Sozialstaat gegründet, der sich weniger nach dem Vorbild der Indianer am Missisippi richtete, als nach dem der fernen Russisch-Sibirischen Eisenbahner-Gewerkschaftsverbandsunion, die in Russland unter dem Zarenregime zu Beginn des 20. Jahrhunderts begonnen und gegen das Zarentum gekämpft hatte, eine ziemlich revolutionäre antizaristische Organisation, welche den letzten Zar gestürzt und für die Abschaffung der Monarchie eintrat. Die Deutschen Indianer im Osten hatten eine separate gesellschaftspolitische Gegen-Ideologie zum Wildwesttum geschaffen und nach dieser ihre eigene Regierung gebildet, welche dazu bestimmt war, diese Maximen auch umzusetzen.
Privat mochten die beiden Herren über je einen deutschen Teilstaat sich mögen oder nicht, aber staatspolitisch jedenfalls waren die beiden neuen deutschen Republiken und deren Regierungsoberhäupter zwei erbitterte Feinde, zwei verfeindete Systeme standen nun einander gegenüber, zwei gegensätzlich Ideologien *Freier Kommerz* und *Alternative Gesellschaftsordnung* und jeder hielt natürlich seine Sicht für die einzig wahre. -
Jener Krieg, den damals der tyrannische Herrscher Adolfo Schickelhuber, welcher bereits über ein Riesenreich verfügte, aber gerne die ganze Welt beherrscht hätte, losgetreten hatte, dieser hatte nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt verwüstet und zum schlechten verändert und beinahe in den Abgrund gestürzt - deshalb hiess er ja Weltkrieg, weil weite Teile der Welt darin verwickelt wurden, und dieser Krieg wurde letzlich den Deutschen zum Verhängnis. - In jenem Osten also, in welchem noch die letzten Indianer geblieben sind, lebten diese nach dem Krieg in Reservaten, fast abgeschottet vom Rest der Partyrepublik Deutschland und der übrigen Welt, ihre Prärie war eingezäunt von 3 Meter hohem Maschendraht. Dieser Zaun, der gleichzeitig die Grenzlinie zwischen den beiden deutschen DJ-Republiken markierte, hätte die Prärieindianer davor schützen sollen, des Nachts durch die wilden Cowboys aus dem Westen überfallen zu werden - doch einige der Indianer, die hinter diesem lebten, fühlten sich dadurch eingesperrt wie Strafgefangene, denn sie durften ihr Land nur mit grossen bürokratischen Hindernissen verlassen! -
Auch wenn die DDR-Deutschen sonst mit den Indianern am Missouri Fluss und am Missisippi eigentlich nichts gemeinsam hatten, so besassen sie dennoch eine grosse Leidenschaft: Sie beherrschten das, was auch die Indianer jenseits des Ozeans taten: Rudern war ein beliebter Volkssport der DDR-Bürger, viele besassen eine erstaunlich grosse Fähigkeit darin und ab und an ist im Kanu einem DDR-Bürger sogar die Flucht in den Westen gelungen!
Lange Zeit lebten die Ostindianer so zufrieden vor sich hin und fristeten ein gemütliches Dasein in ihrem kleinen Staat, einzelne aber wollten raus und hatten vom "Goldenen Wilden Westen" geträumt, den ihnen das Wild-West-Werbe-Fernsehen auch so wundervoll in den schönsten Farben beschrieb. Dass ihnen dies nur vorgegaukelt wurde, das sollten sie dereinst noch lernen, wenn sie dereinst dann doch mal die Ostrepublik nicht mehr illegal zu verlassen brauchten und sie würden es noch bitter bereuen, doch daran dachte vorerst noch niemand, damit war vorläufig auch gar nicht zu rechnen, niemand hätte jemals gedacht, dass es tatsächlich je einmal anders kommen könnte! - Doch bis zu jenem aufsehenerregenden historischen Moment sollte noch einige Zeit vergehen, und solange würden die Indianer des Ostens ihr ruhiges, gemächliches Leben noch lange weiterführen können! -
Der weise Honney-Oberindianer wusste nur allzugut "was gut war für sein Volk", und diktierte ihnen seine Gedanken , und stur und verbohrt wie er war, wollte er seine Stämme niemals in den Wilden Westen ziehen lassen - damit aber entmündigte er sie ihrer eigenen Entscheidungsfähigkeit und das wollten sich seine Indianer nicht gerne gefallen lassen, er hätte seine Stämme besser ziehen lassen, denn irgendwann würden sie es sowieso aller Repression und Gefahren zum Trotze versuchen, egal wie sie es dann auch anstellen würden, und hätte er ihnen die Erlaubnis dazu offen erteilt, sie hätten sich als freiere Individuen gefühlt und sie hätten eh schon bald gemerkt, dass jener "goldene Wildwesten" doch mehr wild als golden war, und viele von ihnen wären freiwillig in ihr behütetes Leben zurückgekehrt! -
Wie wir alle wissen - das "verbotene Gras, das von des Nachbarn Weide, schmeckt besser" wie das Sprichwort besagt! Aber old Honnie blieb stur und hielt an seinen Prinzipien eisern fest! - ---"HUGH, wer soziale Deutsche Demogoakratische DJ-Indiannerrepublik ohne Erlaubnis verlassen wollen, um freiwillig in kommerzielle ausbeuterische Partyrepublik zu gehen, der sein Republikflüchtling und Landesverräter und soll bezahlen mit Leben-HUGH"! - "An Marterpfahl binden und erhängen! "- Oberindianer, der Oberhäuptling aller Stämme, Old Hohn-Eckr, hatte befohlen, und wenn grosser Häuptling aller Stämme, Old Honny, hatte gesprochen, so wurde getan wie grosser Indianerhäuptling aller Stämme, Weiser old Honny, hatte geheissen! Solange er amtete, 28 Jahre lang, ist dies so geblieben.
Die Indianier im Osten, das Land der Preussen und Sachsen, sie waren indes schon längst keine wilden Krieger mehr, sie sind ein Volk von Landwirten und Fabrikarbeitern geworden, was sie von den Leuten im Westen noch unterschied war allerdings, dass sie sich den indianischen alten Gemeinschaftssin erhalten und daraus eben ihre eigene Ideologie geformt hatten:
Ihr Staat war gegründet auf der Philosophie des Kollektiven Eigentums, das hergestellte Produkt dürfe nicht einzelnen zum egoistischen Selbszweck, dem kurzfristigen Gewinn auf Kosten der Armen, dienen, sondern müsse dem Volke gehören, (und damit waren sie ja der Lebensphilosophie der Hippies ziemlich nahe gekommen) und so wurde zum "Volkseigentum" erklärt, was von der Gesellschaft genutzt wird, wofür jeder nach Können seinen Teil beiträgt, und so wurde das gesamte System der Ausbeutung durch den hiesigen Kommerz, die Grossgrundbesitzer und deren Kapital grundlegend reformiert:
Die riesigen Fabriken und Werke, Ländereien, öffentliche genutzte Einrichtungen, die privaten gehörten, Geschäfte, alles wurde zum VEB = Volkseigener Betrieb firmiert, und bis auf einige persönliche Habseligkeiten, zu denen auch ein Trabi und im äussersten Fall ein Einfamilienhäuschen und sogar ein Stückchen Land, vielleicht ein kleiner Gasthof oder ein Kuhstall, ein Schrebergarten, gehören konnte, sollte es keinen Privatbesitz geben. Ausser den VEB wurde noch eine Sonderform des gemeinschaftlichen Eigentums zugelassen, die LIPG="landwirtschaftlich-industriellen-Produktions -Genossenschaften, und Künstlerkooperativen wurden geschaffen", mit deren Gewinn u.a. soziale Projekte, Party- und Kultur-Förderung und staatlich subventionierte Ausbildungen zum DJ - ing oder zum Berufssport finanziert wurden, um Jungtalente zu kreiren und zu fördern, die Existenz des Staates zu erhalten und seine Leistungsfähigkeit nach aussen und gegenüber dem kommerziellen Westen zu beweisen.
So hatte der DDR-Staat auch lange gut funktioniert, bis schliesslich........
Einige Städte- und Ortsnamen erinnerten damals und teilweise sogar noch heute an die Zeit, als die Deutschen Indianer im Osten und Nordosten noch als wilde preussische und sächsische Krieger unter Königen und Herzögen glorreiche Schlachten führten oder Aufstände geprobt hatten, so etwa sind Namen entstanden wie "Strahlsund" im Norden, zu Ehren des Sonnengottes mit seinen Sonnen-Strahlen, Weibzick (Leibzig), der Ort, wo jährlich die Leibziger Musikmesse stattfand, und Chemnitz, das hiess zu jener DDR-Zeit "KARL-MAY-STADT". - Und in jenem ominösen Osten, der dem Wildwesten Deutschlands kaum zugänglich war, in diesem ist zur zeit der Demogoakratischen Deutschen Republik DDR die Tekknomusik entstanden, und das aus gutem Grund:
Ausser in der Hauptstadt Berlin gab's paradoxerweise in der Deutschen Dj Republik kaum öffentliche Clubs, das rührte noch von der Zeit während des Krieges her, damals ist ja das DJ-ing entstanden, weil Despot Adolfus Schicklhuber damals Tanzveranstaltungen verboten hatte und so die Leute ihren Sound auf Tonträger, (Schallplatten) bannen mussten, um ihre Tanzfeste unterirdisch in schalldichten Kellerräumen abzuhalten, aus Angst davor, sonst verhaftet zu werden, wenn seine Schergen ihn dabei erwischen konnten. Die meisten DJ's und Künstler hatten die Idee dieses neuen ostdeutschen Staates mit alternativem Gesellschaftsmodell als Gegenstück zum Kommerz begeistert aufgenommen, so sind die meisten, die nach dem Krieg in diesem Gebiet lebten, dort geblieben und noch viele sind freiwillig dorthingegangen, und deswegen nannte man diese Republik später auch DDR Deutsche DJ Republik. So, nun wisst ihr, wie die DDR entstanden, woher sie ihren Namen hatte.
Und da nun Diskotheken erst später entstanden sind und damals erst in Wild-West-Berlin vorhanden, da wo ja die Prärieindianer unter dem Schwerte von "Old Honnie" nicht hindurften, so hatten sich diese eben einfach selbst, geholfen, mit dem was ihnen die Natur, ihr Arbeits- und Lebens-Umfeld zu bieten hatte - In ihrer freien Zeit gingen die Ostdeutschen mit ihren Tonbandgeräten in den Wald spazieren und nahmen die Laute der Tiere, das Rauschen des Baches, das Zirpen der Grillen, den Wind und das leise Atmen der Bäume auf, während den Werkzeiten bannten die Bauern den Klang ihres Pflugs, das Wiehern der Pferde bzw. das Muhen der Kühe, resp. die Fabrikarbeiter den Takt ihrer Maschinen und Werkzeuge auf Tonträger. Abends und an Wochenendtagen besuchten sie einander dann in ihren Wohnstätten und sampelten was das Zeug hielt, einige versierte Tontechniker unter ihnen unterhielten Studios, die allen zur Verfügung standen, mixten die Aufnahmen und formten daraus Musik. An Wochenenden versammelten sie sich dann oft bei jemandem zuhause oder einem öffentlich kulturellen Raum oder einfach in einem leerstehenden Gebäude, um einander ihre musikalischen Goodies zu präsentieren und so feierten sie mitainander wilde Parties und jeder gab seine Kreationen zum besten, und ab und an wurde sogar etwas mehr draus - so sind denn also im Osten die Technoparties entstanden!
Zwischendurch wurde im OSTEN gar versucht, die gelungensten Meisterwerke der Musik- und Partykunst KOMMERZIELL zu vermarkten, doch das war gefährlich, denn die elektrosozialdemogoakratische Regierung hatte einen strengen Überwachungsapparat aufgebaut und deren strenge Sittenpolizei meldete jeden Verstoss und wer sich dabei erwischen liess, der hatte mit schweren Strafen zu rechnen- so wurde denn viel mehr im freien Westen experimentiert, und probiert, nach alternativem Vorbild ein eigenes Modell zu kreiren, so sind denn hüben und drüben alternative Parties und Kunstwerke geschaffen worden, und mit der Zeit hatte sich daraus eine Art Alternativkommerz gebildet, in Wildwestberlin ist so langsam eine eigene individuelle Tekknoszene entstanden, - die nicht kommerziell sein, aber mit der strengen staatspolitisch institutionalisierten Ideologie des Ostens auch nichts gemeinsam haben wollte - vielmehr wollten sie unpolitisch zu sein und ihren eigenen Weg zu gehen, das hatte sich diese Szene auf die Fahne geschrieben. Dieser Weg, der kein leichter sein würde, der sich dann auch irgendwann verlief und schliesslich heute etwas mehr als 20 Jahre danach bereits längstens wieder im Kommerz endete! - Aber zurück zu damals, zur Techno-Hauptstadt Berlin:
Politisch gesehen wurde ja nur der von den Russen besetzte Stadtteil als Hauptstadt der DDR angesehen, doch technoid betrachtet war ganz Berlin die Techno-Hauptstadt.
Die pompösesten und angesagtesten kommerziellen Diskotheken und Konsumpaläste erhoben sich in Wildwestberlin, - dem Ort, welcher den Ostindianern bei Strafe untersagt war -, unter diesen Europas grösstes Kaufhaus hiess KA-DE-TE = Kaufhaus des Techno. Und in Ostberlin, da hiess die Regierungspartei "SED"=Soziale Elektro-Partei Deutschlands/der DJ's. -
Eines Tages sass dort der vergreiste Erick Hohn-Eckr, der nach modernen westlichen Vorstellungen seit langem im Rentenalter war (das politische Rentenalter liegt freilich in Ost und West leicht höher) und den die Indianer des Ostens respektvoll "Old Honnie" nannten, in seinem Büro im "Palacio dela república", dem Palast, das die Form eines gigantischen Wigwamzeltes hatte, in seiner Amtsstube und grübelte. Gedankenverloren kaute er an seinen Federn und überlegte angestrengt, was zu tun wäre, schwere Sorgen bedrückten den alten Honny sehr: Seine Indianerstämme hatten schon seit längerem zu meutern begonnen, zu sehr verlockte sie der Ruf des "Wilden Westen" nun schon, von welchem ihnen dank der Aggression durch die Fernsehwerbung so viele falsche Versprechungen gemacht worden sind, doch nun ist noch ein ganz neues Problem entstanden:
Die LOVEPARADE war gerade erfunden worden, und zwar in WILDWESTBERLIN!!!
Die Loveparade hätte Honny ja eigentlich erfreuen sollen, denn Old Honnie war in seinem tiefsten Innersten nämlich selbst ein grosser Tekknofan und er hätte sicherlich nichts lieber gewollt, als seine alten, strammen Militärparaden, an denen er sich schon langweilte, mit fetten, schnellen Tekknobeats aufzufrischen - doch aus Rücksicht auf die russischen Eroberer, die sein Land besetzten durfte, wollte und konnte er das nicht tun, und dass die Loveparade ausgerechnet im BERLIN entstanden war, das zum WILDEN WESTEN gehörte, also in dieser kommerziellen Insel inmitten seines Sozialstaates, das missfiel ihm sehr - und seine Indianer wollten unbedingt dorthin!!!! - Einige von seinen Ostindianern hatten Ausreisevisa beantragt, andere hatten sonst Wege gefunden - einige hatten sogar versucht, illegal den grünen Grenzstreifen zu überwinden, der an beiden Enden durch eine 3 meter hohe Betonmauer abgeschottet war, die sich wie ein Kilometer langes Band durch die Stadt zog und diese zerteilte. Von den besonders schlauen hatten welche einen Tunnel entdeckt, der eigentlich für Spione und Grenzarbeiter gedacht war, durch diesen ist wahrscheinlich ein abtrünniger Indianer mal in den Westen gelangt und mit ihm der Tekkno. -
Irgendwie musste Honny doch sicherlich diesen Wunsch verstanden haben, denn er war legitim, doch was sollte Old Honny tun? Wenn er der Bitte entsprach, so brach er den indianischen Eidesschwur, den er seinerzeit seinen russischen verbündeten hatte leisten müssen, und von seiner Linientreue zu dem politischen System wollte er nun nicht mehr abweichen! Er hätte es sich mit den eigenen alten Indianerfreunden seiner SED-Partei, und vielleicht auch mit den russischen Besatzern, verscherzt, das fürchtete er am meisten, selbst wenn sein grosser Bruder im fernen Moskau anderer Meinung war und ihm geraten hatte, seine Haltung zu ändern, seine Politik zu reformieren, der altgediente Honny hielt an seinen Prinzipien unerschütterlich fest. Hätte er sein Gesicht verloren oder wahre Grösse gezeigt, wenn er anders gehandelt hätte? Wer weiss, versetzen wir uns einmal in das Dilemma des alten Honny in jener Situation, zur damaligen Zeit, wie hätten wir entschieden? Vielleicht nicht anders? Lassen wir die Frage auf sich beruh'n und kehren wir zu Techno zurück:
Dass vielleicht in Westberlin ein desertierter Ostindiander den Techno erst als Alternativkultur aufgezogen, der dann später als Alternativkommerz entdeckt und noch später schliesslich zum offiziellen Kommerz gepusht wurde, derjene Ost - Indianer hatte im Wilden Westen sofort Freunde gefunden, die mit ihm seine Sache geschäftsmässig aufziehen wollten und so ist vermutlich die Loveparade anstatt in der DDR in Wildwestberlin entstanden - das ist reine Vermutung! Vielleicht hatte jemand aus dem Westen einfach dieselbe Idee, denn wie wir ja schon wissen, waren auch nicht alle Wildwestberliner ausnahmslos Kommerzies und die Loveparade und Tekkno waren ja zumindest am Anfang noch nicht kommerziell und hätten das auch für immer bleiben sollen - doch es kam, wie es jedesmal kommt......ihr wisst schon! Ob Tekkno nun in Ost und in West gleichzeitig entstanden oder falls sie die Idee aus dem Osten gekommen war, wie sie in den Westen gelangt ist, wird für immer ein Geheimnis bleiben. -
Jedenfalls - die Loveparade hatte leider Gottes nun mal in Westberlin begonnen, dort erschien sie im Sommer 1989 zum ersten mal. An jenem Sommertag also, am 1. Juli 1989, schwitzte besonders der altgediente Old Honnie sehr alias Erick Hohn-Eckr sehr und der Schweiss perlte unter seinem Federschmuck hervor........ es wurde langsam alles zuviel für den alten Spree-Indianer! Ach Honny, wärst Du bloss kein solcher Sturkopf geblieben, doch das lässt sich leicht sagen, hättest Du einmal über Deinen eigenen Schatten zu springen gewagt, hättest Du Dich über Deine sozialen Zwänge einmal hinweggesetzt und Deine Stämme doch endlich in die Selbständigkeit entlassen, die Erfahrung hätte gereicht, dass Deine Schutzbefohlenen freiwillig in ihre Republik zurückgekehrt wären, sie hätten den "goldenen Westen", der so golden auch nicht war, nur gelegentlich als Ausflugsziel genutzt, sobald sie gemerkt hätten, dass ihr weiser alter Honnie doch irgendwie auch recht hatte, und die DDR - die Deutsche Demogoakratische Republik, sie könnte heute noch existieren und sie würde heuer ein grosses Jubiläum - ihr 60 jähriges Bestehen - feiern! - Ja, daran glaube ich bis heute fest!
So aber schliesslich konnte Old Honny dem Druck, der aus seinem Indianervolk kam, nicht länger widerstehen, anfangs wies er seine Wachen an den Toren zu seinem elitären Club noch an, konsequent jeden flüchtenden, den sie beim Versuch, die alternative Republik DDR zu verlassen, erwischen konnten, zu erschiessen - die Ostdeutschen waren ja schon längestens keine eigentlichen Indianer mehr und der Krieg, den sie führten, mit der PRD, der ohnehin während des ganzen Bestehens der DDR nur ein "kalter" war, die DDR hatte sich, genau wie die PRD, längst modernisiert und Marterpfahl und Pfeilbogen inzwischen bereits durch automatische Gewehre ersetzt, die ihnen die russischen Eroberer aus ihrem fernen Heimatland besorgt hatten, diese nach deren Erfinder, Generaloberst Kalaschnikow benannt waren. Und sogar über elektronische Sicherheits-Warnsysteme hatte der moderne Indianerstaat inzwischen bereits verfügt, - dennoch galt wie im altindianischen Rittertum: Für Deserteure keine Gnade walten zu lassen!
Doch am Ende musste er nachgeben, schliesslich musste der alterssture Old Honny von seinem Ober-Indianerposten zurücktreten und wurde in den Ruhestand versetzt. Die Wachen öffneten im November 1989 ihre Grenztore - die Indianer stürmten in den "Wilden Westen", einige sind dort geblieben, doch schon bald wurden sie - wie Old Honny vorausgesehen hatte, enttäuscht -nur wenige von ihnen, die drüben im "Goldenen Westen" nach Gold geschürft hatten, sind in diesem auch reich geworden, die meisten sind leer ausgegangen, einige hatten alls verloren und nichts als Schulden hinterlassen, und die es schon vor der Grenzöffnung mit Erfolg versucht hatten - wie wir ja auch wissen, viele sind damals gescheitert und wieder in die Demogoakratische Republik zurückgekehrt, wo sie aber dann als Ausreisser verachtet waren, doch alles lieber als dort im Wilden Westen, für den die Indianer nicht geschaffen waren, unterzugehen, wo nur wenige von ihnen überlebt hatten, und es kam am Ende so wie es Old Honny in vielleicht weiser Voraussicht prophezeit hatte......... sie landeten alle im Unglück! Dafür hatten schon bald nach der Grenzöffnung die ersten Goldgräber aus dem Westen, die ihr Glück im Osten suchten, ihre Saloons im neuen Stadtteil hinter der Mauer errichtet, die physisch noch immer stand, politisch aber ausser Funktion gesetzt war. Und wie so oft hatten besonders die eh schon so viel besassen, sich an den armen, unwissenden Indianern noch mehr bereichert!
Und weiter wisst ihr ja, ein Jahr nach dem Fall der Protection Wall against Capitalism (Schutzwall vor dem Kasinokapitalismus) war die Partyrepublik PRD wiedervereinigt und die Deutsche Demogoakratische Republik hat zu aufgehört zu bestehen, bis sie 10 Jahre später nicht als Staat, sondern in fiktiver Form besser bekannt als Goabase wiederauferstanden ist. Und heute wünschen sich bereits einige enttäuschte Ostindianer, die keine Indianer mehr sein dürfen und auch keine mehr sind, damals, als es die echte DDR noch gab, in dieser geblieben zu sein und etliche wünschten sich sogar die Mauer zurück! - Ja leider, so ist es, das kommerzielle System, welches den Indianern so viele leere Versprechungen gemacht hatte, hat am Ende versagt.
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Hätte Erich-Honn-Eckr doch damals, als es die DDR noch gab, 1984, sich doch öffentlich dazu bekannt, dass er im Grunde seines Herzens ein Technoraver war und hätte er sich dementsprechend verhalten - offen, tolerant, liebevoll, - er hätte damit den Absturz seines Landes verhindern können, doch nur Rocker Udo Lindenburgh konnte damals erfahren, dass Erick-Hohn-Eckr eigentlich schon immer ein ausgekochter Technofreak war, und er, Honnie selbst, wusste es selbst am besten, damals nämlich, 1984, als Rocker Udo Lindenburgh bei Herrn Honecker in der DDR auf Staatsbesuch weilen wollte, und dieser jenem die Einreise in sein Land verweigert hatte, es käme für ihn überhaupt nicht in Frage, und das nicht nur, wie sich später herausstellte, weil Lindenburgh beharrlich auf seiner Forderung nach einem SONDERZUG NACH PANKOW bestanden hatte:
Erinnert Ihr Euch noch an den Hitparaden - Song von 1984 "ist das der Sonderzug nach Pankow?" Richtig, und Herr Lindenburgh soll Herrn Honecker dann kurz darauf eine Lederjacke geschickt haben - worauf Oberindianer Erick Hohn-Ecker ihm diese postwendend retourniert und entrüstet ausgerufen haben soll:
"ICH, STAATSOBERHAUPT DER DEMOGOAKRATISCHEN DEUTSCHEN REPUBLIK UND CHEF DER GEWERKSCHAFT DER SOZIALEN ELEKTROPARTEI DEUTSCHLANDS UND DER DEUTSCHEN DJ'S, ERICK HOHN-ECKR, ICH BIN KEIN ROCKER, ICH BIN EIN
°T E K K N O° - R A V E R" !!!!!!!! -
Tja, Honny, man kann in seinem Erdenleben 81 Jahre alt werden, so wie Du das wurdest, oder noch mehr, doch eine Lektion hast Du in diesem leider verpasst: Nur ein toleranter, und liebevoller Tekknoraver ist ein wirklich guter Tekknoraver! ..
Erick Hohn-Eckr lebt nun schon fast so lang in den ewigen Jagdgründen wie die Loveparade inzwischen bestehen würde: Seit 19 Jahren! Im Jahre 2009 also wäre die Loveparade in Berlin 20 und die Deutsche Demogoakratische Republik 60 Jahre alt geworden! Und letztere, die DDR, als diese ihren letzten Atemzug tat, da nahm Honny seine Schalmei, spielte darauf und sang wehmütig:
"Gute alte DDR;
die Deutschen wollten Dich nicht mehr!
nun leider gibt es Dich nicht mehr -
was nach Dir kommt wird nicht besser, sehr......
"Gute alte DDR;
Du existierst nicht mehr
mein Herz wird schwer
o gute, alte DDR! "
Ja, und auch im Jenseits stimmt er an manchen Tagen noch immer sein trauriges Lied an und ab und an lässt es sich auch bei uns vernehmen, mit der vierten Zeile der ersten Strophe sollte Honny recht behalten: Ja, DDR, auch ich trauer Dir hinterher, Die dritte und vierte Strophe sollten lauten:
"Gute alte DDR, wo Du einst warst, da ist nichts mehr -
viel' Deutsche dauert das nun sehr!
Sie woll'n Dich heut' nun wieder mehr
was nach Dir kam war nicht besser sehr!
Ja, die alte D.D.R.
Nun wünschten viel' sich Dich so sehr
- und das ist wirklich keine Mär -
viel'n deutschen wär' es ein Begehr -
dass sie wieder wär -
die DDR!
Von Stefan Sommerhalder