Chill-Out


Ein Musikgenre, das Chill-Out heißt, gibt es nicht. Chillen heißt entspannen, sich beruhigen, und da das gerade nach besonderen Anstrengungen wichtig ist, befinden sich Entspannungsbereiche, Sitzgruppen, eigene Räumlichkeiten eigentlich überall dort, wo viel gezappelt (Slang (tot): getanzt) wird oder sich aus einem anderen Grund entspannt werden muss oder sich jemand entspannen will. Chill-Out hat sich als Begriff für jene Musik eingebürgert, die sich besonders gut eignet, wenn man entspannen will.


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Chill-Out: Geografie

In Clubs zum Beispiel. Überall. In Deutschland ist im gesamten letzten Jahrzehnt eine Sampler-Reihe kommerziell erfolgreich, die sich Café del mar nennt und von der Entspannungswut der Ibiza-Urlauber profitiert– und die Daheimgebliebenen erst nur mit sphärischen Klängen und Brandungsgeräuschen, später sogar in Fressmeilen von Einkaufspassagen gequält hat.

Orte zum Chillen gibt es – neben den genannten – fast unendlich viele: Fahrstühle, Seewasseraquarien, zwischen Pizza und Bier, auf Restauranttoiletten, im Morgenland, im Abendland, am Strand weltweit.

Seit 1994 findet in England das Festival The Big Chill statt. Zum Chill-Out bedarf es endgültig keiner vorherigen Anstrengung mehr.


Chill-Out: Galaxie

The KLF bringen 1990 mit „Chill-Out“ eine Soundkollage heraus. Damit haben sie eine Erwähnung bei Elixic gewonnen. So machen wir das hier. Die Entwicklung der Raves für Millionen, bei denen Entspannungsbereiche so wichtig sind wie Sanitäranlagen, haben sie nicht vorweggenommen. Auch nicht die der Goa-Partys, auf denen man sich im Chill-Out-Bereich immer mehrmals kennen lernt.

Ambient – wie der Name sagt, zielt die Musik primär auf die Untermalung der spezifischen Athmosphäre eines Raumes, ohne sich aufzudrängen – und Dub sind wichtiger. Das sind Musikstile, die Chill-Out bereichern. Minimal Techno gehört dazu. Chill-Out kann – in Einzelfällen – auch bei Cat Stevens enden, wichtiger wiederum sind die wenige Jahrzehnte bestehenden Erfahrungen in der unauffälligen Beschallung von Bars: hierbei handelt es sich um Lounge-Music.


Chill-Out: Geräte

So unterschiedlich wie die Stile sind auch die Macharten. Ein Klavier kann reichen. Oder eine Gitarre. Sämtliche Instrumente, die man als authentisch indigen im Abenteuerurlaub erstehen kann, gehören dazu. Es gibt jedoch auch orchestrierte Chill-Out-Musik. Manchmal besteht die Instrumentierung allein aus einem Mikrofon in einem Baumwipfel. Chill-Out hat ein konkretes Ziel: Die Menschen in einem bestimmten Umfeld sollen sich entspannen.


Chill-Out: Götter

Da Chill-Out viele Musikgenres ist, diese ihre Götter haben, die schwerlich miteinander verglichen werden können, kann es keinen Einzigen geben.


Chill-Out: Gegenwart und Zukunft

Solange Menschen tanzen, Aufzüge fahren und Menschen Drogen nehmen: ja.

Quell: http://www.elixic.de