Die Openair-Goa-Party Zoom wird aus Zürich verbannt. Die Stadt will auf der Waldlichtung beim Zoo keine Grossanlässe mehr bewilligen.

Es werden Unterschriften für eine Pedition gesammelt.
Detailierte Info's und Unterschriftsformulare zum downloaden findet Ihr auf der offiziellen http://www.zoom-party.ch/ Internetsite der Organisatoren.



Zoom-Party Der Schlamm machte letztes Jahr die Goa-Party am Adlisberg zunichte.
Künftig wird es sie auch bei gutem Wetter nicht mehr geben.
Auf der Dreiwiesen am Adlisberg findet dieses Jahr und auch in Zukunft keine Zoom-Party statt. Wie Ernst Tschannen, Direktor von Grün Stadt Zürich, bestätigt, wird die Stadt die etwa drei Hektaren grosse Wiese beim Zürcher Zoo nicht mehr für solche Anlässe freigeben. Man habe zwei externe Gutachten erstellen lassen. Beide hätten gezeigt, dass der Boden dazu nicht geeignet sei. «Auf der nach biologischen Grundsätzen bewirtschafteten Wiese hätte die Party schon bisher nicht bewilligt werden dürfen», so Tschannen.

Die Zoom-Party ist eine der Hauptattraktionen der Streetparade. Goa-Fans aus halb Europa pilgerten jeweils nach der Streetparade auf die Dreiwiesen, um bis zum Mittag des nächsten Tages zu psychedelischen Klängen durchzutanzen. Letztes Jahr wurde der Party in letzter Minute die Bewilligung entzogen. Es hatte tagelang auf das von den Aufbauarbeiten ohnehin schon geschundene Gelände geregnet. Weil die Bauten auf dem völlig durchnässten Grund einzustürzen drohten, verweigerte die Baupolizei die Bewilligung. Danach hiess es bei Grün Stadt Zürich, die Wiese müsse mehrere Jahre geschont werden, um sich zu erholen.

Partyveranstalter beklagen sich

Party-Mitveranstalter Jürg Schmid kann den Entscheid der Behörden dennoch nicht verstehen. Immerhin habe er ein Bodenschutzkonzept ausgearbeitet. Er glaubt, die Stadt wolle die Party unter einem Vorwand verhindern. Bisher stritten sich Veranstalter und Stadtpolizei alljährlich über die Dauer des Anlasses. Wegen zahlreicher Lärmklagen im Jahr 2000 hatte die Stadt die Party im Folgejahr statt bis 16 Uhr nur noch bis 7 Uhr bewilligt. Letztes Jahr hatte man sich auf 10 Uhr geeinigt. Schmid beklagt jetzt die mangelnde Kommunikationsbereitschaft der Verwaltung. Er erhalte weder einen Termin bei Stadtrat Martin Waser wegen des Geländes, noch habe ihn bisher eine rekursfähige Antwort auf sein Mitte Februar eingereichtes Bewilligungsgesuch erreicht. «So kann doch keiner eine Veranstaltung dieser Grösse organisieren.» Zurzeit herrsche Planungsstopp.

Offene Zukunft

Es ist ohnehin ungewiss, ob es eine Zoom 2003 geben wird. In der Stadt ist weit und breit kein alternativer Standort in Sicht. «Es gibt nirgends ein geeignetes Gelände», macht Ernst Tschannen klar. Seit längerem suchen die Veranstalter auch ausserhalb der Stadtgrenzen - bisher vergeblich. «Das nächstgelegene mögliche Gelände ist etwa eine 40-minütige Autofahrt entfernt», so Schmid. Ob die Zoom dann noch als Teil der Street-Parade wahrgenommen und vor allem besucht werde, sei fraglich. Zudem plagen die Veranstalter weiterhin Geldsorgen. Weil die Party letztes Jahr ins Wasser fiel, klafft noch immer ein Finanzloch von rund 400 000 Franken in der Zoom-Kasse. Mit den Benefiz-Partys im Zeughaus 5 im vergangenen Herbst konnten lediglich einige Künstlerhonorare bezahlt werden.